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Roman: Caroline Schmitt
Zwischen Himmel und Hölle

»Monstergott« erzählt die Geschichte zweier Geschwister, die mit ihrem Glauben ringen. In ihrer evangelikalen Freikirche stößt das auf Widerstand.
von Mathea Willmann vom 28.01.2026
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Roman. Ben und seine Schwester Esther gehen seit ihrer Kindheit in die gleiche Gemeinde, die Freikirche ist ihr Zuhause. Ben engagiert sich in der Kinder- und Jugendarbeit, Esther singt im Lobpreisteam. Es könnte alles gut sein, wäre da nicht dieses Geheimnis, das Ben plagt. Etwas, wovon niemand wissen darf, was er nicht einmal aussprechen kann – und nur nachts im Dunkeln unter seiner Bettdecke tut. Ben fühlt sich von Männern angezogen und masturbiert. Obwohl er weiß, dass er das als Mann Gottes nicht darf. Deswegen fährt er am Wochenende heimlich zu einem Haus im Wald, wo er mit anderen Männern fastet, betet und Dämonen austreibt. Zum Geruch eines vollen Katzenklos soll Ben masturbieren. »Findest du dein Verhalten so eklig wie diesen Geruch?«, fragt ihn der Gruppenleiter danach. Ben wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich wieder in den Gottesdienst zu gehen, »ohne danach sterben zu wollen vor Schuld und Scham«.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 2/2026 vom 30.01.2026, Seite 55
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Auch seine Schwester Esther fühlt sich seit Monaten fremd in der Gemeinde. Ohne Ehering – wie ihn ihre beste Freundin neuerdings trägt – gehört sie als Frau Ende 20 nicht mehr richtig dazu. In »Monstergott« führt Caroline Schmitt ihre Leserschaft in die Welt der fundamentalistisch-evangelikalen Freikirchen. Sie hat gut recherchiert: Wer selbst einmal Teil einer solchen Gemeinde war, erkennt die Floskeln, Glaubenssätze und unausgesprochenen Regeln wieder. Auch wenn sich der Roman eher an Menschen im Alter der Hauptfiguren richtet, zeigt er Lesenden jeden Alters, was Generationen von Menschen in solchen Gemeinden erlebt haben. Eine erschütternde Lektüre, die zugleich ein Aufschrei ist.

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