Ausstellungstipp
Ernste Männer in Samt und Seide
Ausstellung. Im 17. Jahrhundert war Amsterdam eine Boomtown, wie es heute etwa Singapur ist. Aus diesem Goldenen Zeitalter der Niederlande zeigt das Frankfurter Städel-Museum Kunstwerke verschiedener Maler. Der wirtschaftliche Aufschwung Amsterdams wurde damals von einer bürgerlichen Elite getragen, die sich in großformatigen Repräsentationsgemälden – gerade auch als Gruppe – ins Bild setzen ließ. So blicken uns in schwarzen Samt und in Seide gekleidete Männer ernst und voller Selbstbewusstsein an. Die Abgebildeten sind Mitglieder von Bürgermilizen in Gestalt der Amsterdamer Schützenverbände oder der Chirurgengilde, aber auch Vorsteher von Almosen- und Waisenhäusern. Denn der ökonomische Erfolg der holländischen Kaufleute hatte seinen Preis. Nicht nur in den überseeischen Kolonien wurden Menschen versklavt und verkauft. Auch viele, die in Amsterdam ihr Glück suchten, gerieten in Armut und Elend. So malen die Künstler auch Bettler, Kranke und Kriminelle, die oft genug in Anstalten wie Zuchthäusern interniert und gemaßregelt wurden. Neben den wuchtigen Ölgemälden wartet die Ausstellung auch mit einer Reihe von Druckgrafiken auf, die insbesondere Rembrandts Meisterschaft zeigen.
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