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Der Vorstand stellt sich vor

Die Mitglieder des Vorstands der Leserinitiative Publik e. V. wurden bei der Mitgliederversammlung am 14. Mai 2011 gewählt. Sie leiten den Verein und werden dabei vom Referenten der LIP unterstützt.

Vorsitzender: Stefan Bär

Wie kann ein kritischer Katholik wieder in die römisch-katholische Kirche eintreten? Mit dieser Frage werde ich hin und wieder konfrontiert. 10 Jahre war ich im Katholischen Bistum der Alt-Katholiken engagiert. Nach unserem Umzug nach Weingarten in Oberschwaben habe ich mich für die römisch-katholische Ortsgemeinde entschieden. Mein Wechsel ist eine pragmatische Entscheidung. Gleichwohl bin ich stolz auf meine (auch kirchlichen) Wurzeln: 1968 kam ich im württembergischen Wangen im Allgäu auf die Welt. Dort wuchs ich mit zwei Schwestern und einem Bruder auf. Nach meinem Abitur am Wirtschaftsgymnasium Wangen arbeitete ich zwei Jahre als ZDL und Pflegehelfer in der psychiatrischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Nürtingen. Mein Studium der Wirtschaftswissenschaft begann ich an der Ruhr-Universität Bochum und schloss es als Diplomkaufmann an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen ab. Ich bin Jahrgang 1968, verheiratet und Vater von einer Tochter und einem Sohn.

Beruflich bin ich stets im Sozialmanagement tätig gewesen. Bevor ich die Geschäftsführung der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist in Wangen im Allgäu übernahm, bildete ich mich zum Sozial-Manager in Berlin weiter. Ich trage Verantwortung für 90 Beschäftigte, die bei unserer Stiftung oder bei der gemeinnützigen GmbH Hospiz am Engelberg angestellt sind. In den nächsten Jahren planen wir, in einem unserer Häuser ein Inklusionsprojekt.

Meine religiösen Wurzeln sind in der katholischen Kirche. Als Ministrant, Mitglied und Sprecher des Gemeinderats der Katholischen Hochschulgemeinde Bochum sowie als Kirchengemeinderat der Nürtinger Kirchengemeinde habe ich viele positive Erfahrungen mit Kirche gemacht. Ein ökumenisches Highlight während meiner Zeit als Kirchengemeinderat war die Mitgründung eines modernen Weltladens in Nürtingen. Im Jahr 2010 trat ich wieder in die Diözese Rottenburg-Stuttgart ein, obwohl ich weiterhin dafür bin, dass berufene Frauen zu Priesterinnen geweiht werden sowie Priester und Priesterinnen frei über ihre Lebensform entscheiden können sollten. Weiterhin wünsche ich mir eine synodale katholische Kirche. Für die Staatstheater Stuttgart habe ich 2005 einen Chancengleichheitsplan entwickelt.

Mit diesen Werteorientierungen nehme ich meine Aufgaben als Vorstandsvorsitzender der Leserinitiative Publik wahr. Es geht nun darum, zwischen allen Gremien von Publik-Forum ein sehr hohes Maß an Übereinstimmung herzustellen, bevor wegweisende Entscheidungen getroffen werden. Denn die größte Aufgabe der Leserinitiative und von Publik-Forum wird sein, die Generation der heute 40- bis 55-Jährigen für unseren fairen, kritisch-christlichen Journalismus zu begeistern. Als Verein werden wir auch unter diesen neuen Vorzeichen den Meinungsaustausch über Gesellschaft, Kirche, Kultur, Politik und Theologie fördern.

Bei der Mitgliederversammlung der Leserinitiative Publik e. V. am 14. Mai 2011 wurde Stefan Bär erneut zum Vorstandsvorsitzenden gewählt.

Dr. Magdalene Bußmann

Ich wurde 1946 als zweites von sieben Kindern einer katholischen Bauernfamilie im Münsterland geboren. Ich studierte Theologie, Geschichte und Soziologie zu Hoch-Zeiten der StudentInnenbewegung, und insbesondere die von J. B. Metz artikulierte »Neue Politische Theologie« prägte meinen eher in Zickzacklinien verlaufenen Weg als Theologin.

Ich arbeitete als Kirchengeschichtlerin an verschiedenen Hochschulen, hatte aber zunehmend Probleme, eine kirchliche Lehrerlaubnis zu bekommen bzw. zu behalten. Offensichtlich war ich den Kirchenoberen auf Grund meines Engagements in kirchenreformerischen Gruppen, wie der »Initiative Kirche von unten«, dem Bensberger Kreis und der KirchenVolksBewegung »Wir sind Kirche«, sowie meines Einsatzes für feministische Themen auch in Theologie und Kirche nicht akzeptabel. Ich arbeitete daher in einer Psychiatrie (ohne entsprechende Ausbildung für alle Betroffenen natürlich eine Tortur), in einem Verlag, auf einer ABM-Stelle an der Universität Essen.

Ich bin seit 1996 im Vorstand der Leserinitiative, von 2002 bis 2005 habe ich als Referentin für die LIP gearbeitet. Für mich ist es wichtig, dass Publik-Forum Menschen Perspektiven und Visionen einer menschenfreundlichen Kirche und Theologie, einer gerechten und solidarischen Gesellschaft, einer friedlichen und humanen Welt aufzeigen kann. Die LIP versucht nach Kräften, dieses »Programm« zu unterstützen und zu stärken. Seit 1996 bin ich verheiratet.

Agnes Frei

Auf die Frage, was mir Publik-Forum bedeutet, lässt sich die Antwort in folgende drei Bereiche aufteilen:

Publik-Forum ist für mich eine Möglichkeit, mich mit christlichen Themen, Wissen und Informationen auseinander zu setzen und mich zugleich als Christ zugehörig zu fühlen. Dies erlebe ich vor allem bei unseren Lesertreffen in Ravensburg.

Publik-Forum ist für mich geistige Nahrung. 14-täglich werde ich informiert über Themen, die die Grenzen meiner Tageszeitung sprengen und mich daran erinnern, was bewegt und bewegt sein will. Hilfreich und unverzichtbar war dies für mich besonders als Gemeinderätin.

Die Mitglieder des Vorstands der Leserinitiative Publik e. V. wurden bei der Mitgliederversammlung am 14. Mai 2011 gewählt. Sie leiten den Verein und werden dabei vom Referenten der LIP unterstützt.

Vorsitzender: Stefan Bär

Wie kann ein kritischer Katholik wieder in die römisch-katholische Kirche eintreten? Mit dieser Frage werde ich hin und wieder konfrontiert. 10 Jahre war ich im Katholischen Bistum der Alt-Katholiken engagiert. Nach unserem Umzug nach Weingarten in Oberschwaben habe ich mich für die römisch-katholische Ortsgemeinde entschieden. Mein Wechsel ist eine pragmatische Entscheidung. Gleichwohl bin ich stolz auf meine (auch kirchlichen) Wurzeln: 1968 kam ich im württembergischen Wangen im Allgäu auf die Welt. Dort wuchs ich mit zwei Schwestern und einem Bruder auf. Nach meinem Abitur am Wirtschaftsgymnasium Wangen arbeitete ich zwei Jahre als ZDL und Pflegehelfer in der psychiatrischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Nürtingen. Mein Studium der Wirtschaftswissenschaft begann ich an der Ruhr-Universität Bochum und schloss es als Diplomkaufmann an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen ab. Ich bin Jahrgang 1968, verheiratet und Vater von einer Tochter und einem Sohn.

Beruflich bin ich stets im Sozialmanagement tätig gewesen. Bevor ich die Geschäftsführung der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist in Wangen im Allgäu übernahm, bildete ich mich zum Sozial-Manager in Berlin weiter. Ich trage Verantwortung für 90 Beschäftigte, die bei unserer Stiftung oder bei der gemeinnützigen GmbH Hospiz am Engelberg angestellt sind. In den nächsten Jahren planen wir, in einem unserer Häuser ein Inklusionsprojekt.

Meine religiösen Wurzeln sind in der katholischen Kirche. Als Ministrant, Mitglied und Sprecher des Gemeinderats der Katholischen Hochschulgemeinde Bochum sowie als Kirchengemeinderat der Nürtinger Kirchengemeinde habe ich viele positive Erfahrungen mit Kirche gemacht. Ein ökumenisches Highlight während meiner Zeit als Kirchengemeinderat war die Mitgründung eines modernen Weltladens in Nürtingen. Im Jahr 2010 trat ich wieder in die Diözese Rottenburg-Stuttgart ein, obwohl ich weiterhin dafür bin, dass berufene Frauen zu Priesterinnen geweiht werden sowie Priester und Priesterinnen frei über ihre Lebensform entscheiden können sollten. Weiterhin wünsche ich mir eine synodale katholische Kirche. Für die Staatstheater Stuttgart habe ich 2005 einen Chancengleichheitsplan entwickelt.

Mit diesen Werteorientierungen nehme ich meine Aufgaben als Vorstandsvorsitzender der Leserinitiative Publik wahr. Es geht nun darum, zwischen allen Gremien von Publik-Forum ein sehr hohes Maß an Übereinstimmung herzustellen, bevor wegweisende Entscheidungen getroffen werden. Denn die größte Aufgabe der Leserinitiative und von Publik-Forum wird sein, die Generation der heute 40- bis 55-Jährigen für unseren fairen, kritisch-christlichen Journalismus zu begeistern. Als Verein werden wir auch unter diesen neuen Vorzeichen den Meinungsaustausch über Gesellschaft, Kirche, Kultur, Politik und Theologie fördern.

Bei der Mitgliederversammlung der Leserinitiative Publik e. V. am 14. Mai 2011 wurde Stefan Bär erneut zum Vorstandsvorsitzenden gewählt.

Dr. Magdalene Bußmann

Ich wurde 1946 als zweites von sieben Kindern einer katholischen Bauernfamilie im Münsterland geboren. Ich studierte Theologie, Geschichte und Soziologie zu Hoch-Zeiten der StudentInnenbewegung, und insbesondere die von J. B. Metz artikulierte »Neue Politische Theologie« prägte meinen eher in Zickzacklinien verlaufenen Weg als Theologin.

Ich arbeitete als Kirchengeschichtlerin an verschiedenen Hochschulen, hatte aber zunehmend Probleme, eine kirchliche Lehrerlaubnis zu bekommen bzw. zu behalten. Offensichtlich war ich den Kirchenoberen auf Grund meines Engagements in kirchenreformerischen Gruppen, wie der »Initiative Kirche von unten«, dem Bensberger Kreis und der KirchenVolksBewegung »Wir sind Kirche«, sowie meines Einsatzes für feministische Themen auch in Theologie und Kirche nicht akzeptabel. Ich arbeitete daher in einer Psychiatrie (ohne entsprechende Ausbildung für alle Betroffenen natürlich eine Tortur), in einem Verlag, auf einer ABM-Stelle an der Universität Essen.

Ich bin seit 1996 im Vorstand der Leserinitiative, von 2002 bis 2005 habe ich als Referentin für die LIP gearbeitet. Für mich ist es wichtig, dass Publik-Forum Menschen Perspektiven und Visionen einer menschenfreundlichen Kirche und Theologie, einer gerechten und solidarischen Gesellschaft, einer friedlichen und humanen Welt aufzeigen kann. Die LIP versucht nach Kräften, dieses »Programm« zu unterstützen und zu stärken. Seit 1996 bin ich verheiratet.

Agnes Frei

Auf die Frage, was mir Publik-Forum bedeutet, lässt sich die Antwort in folgende drei Bereiche aufteilen:

Publik-Forum ist für mich eine Möglichkeit, mich mit christlichen Themen, Wissen und Informationen auseinander zu setzen und mich zugleich als Christ zugehörig zu fühlen. Dies erlebe ich vor allem bei unseren Lesertreffen in Ravensburg.

Publik-Forum ist für mich geistige Nahrung. 14-täglich werde ich informiert über Themen, die die Grenzen meiner Tageszeitung sprengen und mich daran erinnern, was bewegt und bewegt sein will. Hilfreich und unverzichtbar war dies für mich besonders als Gemeinderätin.

Publik-Forum ist für mich die Freude an der Machbarkeit. Der Machbarkeit in unserer modernen Medienlandschaft unabhängig, kritisch, christlich zu sein, ohne sich von der „Macht“ verführen zu lassen.

Ich, Agnes Frei, geboren 1962, aufgewachsen mit neun Geschwistern im katholisch, konservativen Oberschwaben engagierte mich schon früh beim BDKJ als Jugendleiterin in unserer Kirchengemeinde. Später als Gründerin der Mutter-Kind-Gruppe, Elternbeirätin in Kindergarten und Schule, sowie 10 Jahre als Gemeinderätin.

Beruflich schlug ich treu nach meinen Wurzeln zuerst den Weg der Hauswirtschaft ein, wurde Hauswirtschaftsmeisterin und studierte an der FH Sigmaringen Haushalts- und Ernährungstechnik. Nach meiner Heirat 1987 und der Geburt meiner beiden Töchter 1988 und 1991 begann ich meine Flügel zu gestalten. Es folgten Ausbildungen zur Rhetoriktrainerin bei der Stefanus-Gemeinschaft, Theaterspielleiterin, Coach und psychologischer Beraterin. Seit 1995 arbeite ich selbstständig als Kommunikationstrainerin und Coach im sozialen Bereich.

Publik-Forum lernte ich vor ca. 18 Jahren kennen und schätzen. Nachhaltig und verantwortlich, mehr verbindend als trennend zu agieren, darin sehe ich meine Aufgabe im Vorstand der LIP.

Lutz Lemhöfer

»Es gibt doch einen fröhlichen Katholizismus«, schrieb der freundliche Atheist Kurt Tucholsky 1930 einer Brieffreundin, »einen lebensbejahenden, einen rheinischen«. Daran halte ich mich als bekennender Rheinländer auch in Zeiten zunehmend verbitterter innerkirchlicher Grabenkämpfe und eines traditionalistisch eifernden Feuilleton-Katholizismus.

Denn ich bin 1948 in Siegburg bei Bonn geboren und dann in Koblenz aufgewachsen, aktiv als Messdiener und im jugendbewegten damaligen Bund Neudeutschland (heute Katholische Studierende Jugend). Es war ein biederer Katholizismus, in dem man, wie Heinrich Böll spitz bemerkte, eher ein Mariendogma in Frage stellen konnte als die Politik der CDU. Der frische Wind des Zweiten Vatikanischen Konzils machte mir Mut, ab 1968 in Trier und Tübingen Theologie zu studieren. Später kam in Frankfurt noch Soziologie und Politikwissenschaft dazu und mit der Studenten- und später Friedensbewegung eine zweite große Erweiterung des Horizonts. Auf einmal schien es möglich, Glaube, Aufklärung und linksliberale Politik zusammen zu denken - eine unerlässliche Voraussetzung auch für meine erste berufliche Station als Referent für Gesellschaftswissenschaften in der Katholischen Hochschulgemeinde Frankfurt (1977-1991) und für journalistische Tätigkeit »nebenbei« für Hörfunk und Zeitschriften (auch Publik-Forum).

1991 wechselte ich ins »Referat für Weltanschauungsfragen« des Bistums Limburg, vulgo: ins »Sektenreferat«. Da lernt man die Schmuddelseiten der Religion - Fanatismus, Engstirnigkeit und geistlichen Machtmissbrauch kennen. Und auch, dass die sich keineswegs nur außerhalb der Kirchenmauern finden. Ein Grund mehr, nach dem Eintritt in den Ruhestand im März 2011 sich für ein offenes, ökumenisches und politisch waches Christentum zu engagieren; und dafür steht - neben anderen, aber an wichtiger Stelle - auch Publik-Forum.

Klaus Metsch

»…engagiert, observiert, limitiert…« so steht es als Titelzeile über dem Kapitel, das mehr als 40 Jahre meines Lebens beschreibt - es befindet sich in einem Sammelband, den Hans Küng dem Wirken der zum Schweigen gebrachten Kirche Osteuropas widmet. Die Titelzeile stammt nicht von mir- aber ich gebe gern zu, dass sie mich wohl ein gut Stück weit charakterisiert.

1942 im Berlin des Zweiten Weltkriegs geboren, wuchs ich in der Trümmer-Nachkriegsstadt auf: Grundschulzeit, frühes kirchliches Engagement als Ministrant bei den Pankower Franziskanern, Pfarrjugendarbeit, Jugendleiter und St.-Georgs-Pfadfinder, handwerkliche Lehre als Polsterer und Dekorateur - und ab 1959 wieder Schule: Diesmal ein kirchliches Gymnasium, das Norbertinum 1959 in Magdeburg (ich wollte Priester werden und das im Orden der Dominikaner) für das Studium aber musste ich1964 erst einmal das Abitur nachholen. Darauf folgten der Eintritt in den Dominikanerorden in Leipzig und der Beginn des theologischen Studiums in Erfurt - so wie es bei den ersten Gefährten des heiligen Dominikus einst gewesen war: Noviziat, Studium und erste »apostolische« Versuche waren eins!

Daraus entwickelte sich ein wohl schon heute absehbar »lebenslanges« Engagement für die zunächst von den Kommunisten Osteuropas in den Untergrund gedrängte Kirche, die nach der politischen Wende vom Vatikan zum Schweigen gebracht wurde! Ich war zwanzig Jahre als Ordensmann, als geheim geweihter, verheirateter Priester (byzantinischer und lateinischer Ritus), ja auch als Familienvater in der »Untergrundseelsorge« tätig - fast 100 Seiten, die mir von der Stasi-Unterlagenbehörde vorliegen, beweisen u.a., dass es auch mit der Observierung klappte!

Nach der Wende kam auch für mich die Abrechnung seitens der Oberkirche für dieses Engagement - und die war sehr teuer: Ausgrenzung auf der ganzen Linie, ja Diskriminierung. Irgendwann kam schließlich eine »Alibi-Anerkennung« mit Hilfe des ostkirchlich-unierten Ritus. Das Verbot jeglicher pastoraler Tätigkeit in meinem Wohnort, zu deutsch, in ganz Sachsen, besteht allerdings mit wohlwollender Billigung durch Bischof Reinelt auf Befehl des Ratzinger-Papstes bis heute!

Die Limitierung meines Engagements konnte ich seit der Wende durch die Leserinitiative Publik e. V. und die Mitarbeit in ihrem Vorstand durchbrechen: Dort versuchte ich bei aller Bescheidenheit die Stimme aus dem Osten zu sein, durch Propagierung meiner Anliegen aus Osteuropa. Die LIP nahm das auf und hat in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten auch tatkräftige praktische Hilfe geleistet! Aber auch das kritische Engagement der LIP und Publik-Forum ist mir ein wichtiges Anliegen - hier sehe ich noch ein weites Feld der Betätigung besonders im Osten unseres Landes.

Robert Pill

Mich bewegt, wie andere Menschen ihr Leben gestalten. In Publik und später in Publik-Forum habe ich dafür immer reichlich Anregungen gefunden.

Ich bin als einziges Kind meiner donauschwäbischen Eltern 1948 geboren und in Stuttgart aufgewachsen. Nach Wehrdienst und Studium in Regensburg und Bochum arbeitete ich 31 Jahre als Diplom-Psychologe in der psychiatrischen Pflichtversorgungsklinik in Dortmund. Ich habe eine Ausbildung zum Gesprächspsychotherapeuten gemacht und bin psychologischer Psychotherapeut. Neben Lehraufträgen in Bochum und Dortmund war ich in der Pflege-, Aus- und Fortbildung tätig und 25 Jahre Vorsitzender der Psychologen im Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Seit Januar 2008 bin ich im Ruhestand. Ich bin römisch-katholisch, verheiratet, wir wohnen in Herdecke und haben drei mittlerweile erwachsene Töchter.

Mein politisches und weltanschauliches Spektrum wurde seit der Schulzeit von der Wochenzeitung Die Zeit geprägt. Deshalb interessierte ich mich auch sofort für die neue Publik. Ich habe bedauert, dass das Blatt eingestellt wurde und war dann über Publik-Forum sehr glücklich. Meine Lesefreude wurde anfänglich durch die sehr spannende Arbeit in der Psychiatrie und meine Therapieausbildung zeitlich geschmälert. Ich stellte fest, dass die vielen ethischen und sozialen Fragen, auf die ich im Berufsalltag Antworten finden musste, in meiner Fachliteratur nicht auftauchten - wohl aber in Publik-Forum. So empfinde ich mittlerweile Publik-Forum gegenüber eine hohe Dankbarkeit für all die Anregungen und Denkanstöße. Im Vorstand der Leserinitiative Publik e. V. möchte ich mich daran beteiligen, dass Publik-Forum weiterhin eine so anregende Zeitschrift bleibt.

Julia Schmenk

Geboren 1974 in Essen, ist in Oberhausen (Rheinland) und der Eifel aufgewachsen. Sie hat Katholische Theologie (Diplom) und Englisch (Sek II/I) in Münster (Westfalen) und England (Canterbury/Hull) studiert, als studentische Hilfskraft in der Theologischen Fakultät Münster gearbeitet und sich ehrenamtlich in der Katholischen Studierendengemeinde Münster (KSHG) und bei Theomobil e. V., einem Verein unabhängiger Theologen und Theologinnen, engagiert.

Praktika hat sie in Tübingen, Folkestone (Großbritannien), Heiligenstadt (Thüringen) und Rochester (New York, USA) absolviert. Anschließend hat sie das Referendariat an einem Gymnasium bei Frankfurt mit den Fächern Katholische Religion und Englisch gemacht. Nach dem Referendariat hat sie zwei Jahre in Kairo (Ägypten) gelebt und Englisch und Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Von August 2007 bis Juni 2008 war sie an einem Gymnasium bei Bonn tätig, seit August 2008 arbeitet sie in Koblenz.

Referent: Thomas Wystrach

Geboren 1972 in Krefeld und aufgewachsen am Niederrhein, bin ich geprägt von vielen Jahren Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit, u. a. als Ministrant, Leiter des Jugendchores meiner Heimatgemeinde Willich-Anrath und Pfarrjugend-Gruppenleiter. 1991 war ich Mitgründer der »Aktion ECHO«, einer Initiative kritischer KatholikInnen, die aktuelle Streitfragen in Kirche und Gesellschaft aufgegriffen und - im Rahmen der Katholischen Erwachsenenbildung der Region Kempen-Viersen - Veranstaltungen mit kompetenten ReferentInnen angeboten hat. Dabei haben wir einige Male Publik-Forum-Lesertreffen durchgeführt, u. a. mit Peter Hertel, Magdalene Bußmann oder Heinz Missalla - in Kooperation mit der LIP, deren Mitglied ich seit 1992 bin.

Nach dem Zivildienst in der mobilen Kranken- und Altenpflege habe ich in Bonn begonnen, Geschichte, Politik und Theologie zu studieren, dies aber nach dem Grundstudium nicht mehr fortgesetzt. Fast zehn Jahre habe ich im Bonner Büro des Ökumenischen Netzwerks »Initiative Kirche von unten« (IKvu) gearbeitet, zunächst als Honorarkraft für Buchhaltung und Adressverwaltung, dann im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, u. a. verantwortlich für die Website der IKvu oder die inhaltliche Vorbereitung der Gottesdienste mit gemeinsamem Abendmahl beim Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin.

Im selben Jahr habe ich mich entschlossen, doch noch einen »richtigen Beruf« zu erlernen, und bin nach einem Praktikum in der Presseabteilung des Patmos-Verlagshauses (Düsseldorf) in einer freikirchlichen Verlagsgruppe in Witten (Ruhr) gelandet, um nach einer zweieinhalbjährigen Ausbildung Verlagskaufmann zu sein. Als einziger (und dann auch noch kirchenkritischer) Katholik in einem eher evangelikalen Umfeld zu arbeiten, das ich vorher unter latenten Fundamentalismus-Verdacht gestellt hätte, war eine spannende Erfahrung für mich wie für meine dortigen Kollegen. Manches platte Vorurteil gegenüber »den« Katholiken konnte ich ausräumen und ein differenzierteres Bild von der Vielfalt der »katholischen Szene« zeichnen - im »Papstjahr« 2005 war ich im Verlag ein viel gefragter Experte. Seit Februar 2006 arbeite ich als Referent der Leserinitiative Publik e. V. und freue mich, Sie vielleicht demnächst bei einem Lesertreffen oder bei der Mitgliederversammlung kennen zu lernen.

Im Frühjahr 2009 bin ich aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten und in das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland gewechselt.

Kontakt per E-Mail: lip@publik-forum.de


Artikel-URL: http://www.publik-forum.de/wir-ueber-uns/leserinitiative/der-vorstand-stellt-sich-vor

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