»Angst vor der Aufklärung«
Einen »Aufschrei« nennt der katholische Neutestamentler Klaus Berger sein neues Buch »Die Bibelfälscher – Wie wir um die Wahrheit betrogen werden«. Es ist eine gnadenlose Abrechnung mit der historisch-kritischen Bibelauslegung, wie sie von der großen Mehrheit der katholischen und evangelischen Exegeten betrieben wird. Diese Forschung, so Bergers Anklage, zersetze den Glauben, verfälsche die biblische Wahrheit und ersetze Theologie durch Anthropologie. Mit ihrem Geschäft einer Entmythologisierung der biblischen Erzählungen betreibe sie letztlich das Geschäft der Atheisten. Berger beharrt darauf, dass die Bibel vielfach historische Tatsachen schildere – angefangen von der Jungfrauengeburt über die Wunder Jesu bis zur Auferstehung samt leerem Grab. – Der Bamberger Neutestamentler Joachim Kügler hält die Kritik Bergers dagegen für substanzlos und vormodern. In seinem Beitrag für Publik-Forum argumentiert er, dass es vor allem auch um die Frage gehe, welche Rolle die Vernunft beim Glauben spielen kann und darf. Es gehe in der Auseinandersetzung im Kern um die Zukunftsfähigkeit des Christentums.
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Joachim Kügler, geboren 1958, ist Professor für Neutestamentliche Wissenschaften
an der Katholischen Fakultät der Universität Bamberg.
