Friedensethik
Friedenslogik statt Abschreckung
Gruppen der christlichen Friedensbewegung haben ein Umdenken in der Sicherheitspolitik gefordert: weg von militärischer Aufrüstung, hin zu mehr Diplomatie. In einer ökumenischen Friedensschrift mit dem Titel »Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden«, plädieren sie auch mit Blick auf den Ukrainekrieg für eine zivile »Friedenslogik«, eine Stärkung des Völkerrechts und für die Berücksichtigung der Interessen aller Konfliktparteien. Sie entwickeln ihre Positionen aus einer prophetisch-jesuanischen Tradition der Bibel, halten die Handlungsempfehlungen aber für allgemeingültig: Auch nichtreligiöse Menschen könnten sie nachvollziehen.
Der 60-seitige Text, der mit zahlreichen Anmerkungen unterfüttert ist, unterscheidet sich von der Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem vergangenen Jahr und dem jüngsten Friedenswort der deutschen Bischöfe.
Die ökumenische Friedensschrift fordert ein kategorisches Nein zum Besitz von Atomwaffen und mahnt den Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag an. Sie fordert von den Kirchen, Kriegsdienstverweigerung zum christlichen Standard zu erheben und Geist und Praxis der Abschreckung zu entsagen. Die Schrift versteht sich als notwendiger Impuls für eine Erneuerung der christlichen Friedensethik.

