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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

Norbert Coprays gesammelte Werke (3)

»Das Zeitalter der Weltkriege 1914 – 1945«: Der Historiker Ernst Piper und weitere Wissenschaftler beschreiben, wie Kriege im 20. Jahrhundert gerechtfertigt, organisiert und durchgeführt wurden. Das Buch des Monats
Als die Welt brannte: Norbert Copray bespricht den Text-Bild-Band »Das Zeitalter der Weltkriege 1914-1945« (Foto: luxuz:.photocase.de)
Als die Welt brannte: Norbert Copray bespricht den Text-Bild-Band »Das Zeitalter der Weltkriege 1914-1945« (Foto: luxuz:.photocase.de)

Am 28. Juli 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. 25 Jahre später und damit vor 75 Jahren, am 1. September 1939, überfällt Deutschland Polen und beginnt damit den Zweiten Weltkrieg. Im gleichen Jahr, am 30. Januar, hatte Adolf Hitler für den Fall des Krieges die »Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa« angekündigt.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 15/2014 vom 08.08.2014, Seite 54
Papst Franziskus und seine Gegner
Papst Franziskus und seine Gegner
Norbert Coprays gesammelte Werke

Das 20. Jahrhundert ist eine tragische Schicksals-Ära Deutschlands und der gesamten Welt. Immerhin standen Hitlers Deutschland am Ende 57 Nationen alliiert gegenüber.

Der Historiker Ernst Piper nennt die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in seinem gleichnamigen Buch »das Zeitalter der Weltkriege«. Für seinen Text-Bild-Band in Atlasgröße hat er namhafte Autoren und Experten mit exzellenten Beiträgen versammelt, wobei er selbst als ausgewiesener Fachmann mit etlichen Beiträgen ebenfalls präsent ist. Dabei geht es nicht vornehmlich um Kriegsverläufe, Schlachten und Kriegssensationen. Es geht in den systematischen Beiträgen vielmehr darum, wie der Krieg geführt, organisiert, politisch gerechtfertigt und verändert wurde.

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Dazu werden in vier Kapiteln die Kriegsführung, die Geschehnisse »abseits der Front«, die Zeit zwischen den Weltkriegen und nach den Kriegen beschrieben und analysiert. Auf einen ausführlichen Anmerkungsapparat wurde verzichtet, um einem »allgemein-gebildeten« Publikum den Zugang zu erleichtern. Gleichwohl gibt es eine Bibliografie mit weiterführender Lektüre. Sorgfältig ausgewähltes und gesetztes Bild- und Kartenmaterial verhilft den bereits gut lesbaren Beiträgen zu weiterer Anschaulichkeit.

»Die Einhegung der Gewalt« in Europa nennt Ernst Piper eine der »großen Leistungen« des 19. Jahrhunderts, wobei zahlreiche Stellvertreterkriege in den Kolonien geführt wurden. Doch »mit dem Ersten Weltkrieg kehrte die exzessive Gewalt von der Peripherie ins europäische Zentrum zurück«. Jetzt wurde aus dem Krieg der Armeen und Söldner der »Volkskrieg«; die ganze Gesellschaft wurde der Kriegsführung untergeordnet, man erfand das »Volksheer« und die Generalmobilmachung. Der Krieg wurde total, nicht nur in der vollkommenen Zerstörung des Feindes und seines Landes, wie ihn Joseph Goebbels propagierte, sondern weil er total Besitz ergriff von allen Menschen, Ressourcen und Situationen. Es war ein Krieg um jeden Preis. Das Denken und Handeln wurde kriegskonform. In England und Frankreich wird daher das »Zeitalter der Weltkriege« in Anlehnung an den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) auch »Zweiter Dreißigjähriger Krieg« genannt und die Zeit von 1914 bis 1945 als Einheit betrachtet. Manche zählen auch noch den Kalten Krieg bis 1989 hinzu, der aber eher ein Waffenstillstand war.

Der Band berücksichtigt neue Forschungsergebnisse und setzt sich auch im Kapitel »Kriegsschuld« mit aktuell erschienenen Büchern wie dem von Christopher Clark über »Die Schlafwandler« auseinander. Das Buch von Ernst Piper macht klar, welche Verantwortung wir haben und was geschieht, wenn wir sie nicht für ein aktives Friedenmachen einsetzen.

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