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»Viele stehen voll hinter dem Papst«

von Thomas Seiterich vom 24.02.2015
Finanz-Transparenz, schlanke Verwaltung, mehr Miteinander im Vatikan statt gegenseitiger Blockaden: Das will Papst Franziskus, der dafür eine große Kurien-Reform eingeleitet hat. Doch wie weit ist er gekommen? Scheitert der Umbau der Kurie am Widerstand der Konservativen? Fragen an Bernd Hagenkord von Radio Vatikan
Bernd Hagenkord, Jesuit und Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, über die Kurien-Reform des Papstes: »Man kann nicht einfach auf den Knopf drücken und dann funktioniert alles.« (Foto: kna/Oppitz)
Bernd Hagenkord, Jesuit und Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, über die Kurien-Reform des Papstes: »Man kann nicht einfach auf den Knopf drücken und dann funktioniert alles.« (Foto: kna/Oppitz)

Publik-Forum.de: Pater Hagenkord, wie geht es weiter mit der Kurienreform im Vatikan?

Bernd Hagenkord: Es geht weiter, Schritt für Schritt. Der vom Papst beauftragte Kardinalsrat K9 hat zügig gearbeitet. Jetzt haben wir Reformvorschläge auf dem Tisch. Die müssen nun ausgearbeitet werden. Was ich aus den einzelnen Abteilungen höre, ist, dass die Vorschläge nicht einfach so eins zu eins übernommen werden, ohne Diskussion. Der Vorschlag, eine Art Superbehörde für Laien, Familie und Leben zu schaffen, packe zu viel Verschiedenes unter ein gemeinsames Dach, ist als eine Kritik zu hören. Was die Wirtschafts- und Finanzreform im Vatikan angeht, ist in einem Jahr vieles verwirklicht worden. Doch müssen Geschäftsbetrieb und Kontrolle noch schärfer getrennt werden.

Bislang verfügten einzelne Kongregationen über Sonderhaushalte. Bei der Kleruskongregation zum Beispiel liefen die Mieteinnahmen der in Vatikanbesitz befindlichen Wohnungen in Rom zusammen. Kommt jetzt tatsächlich die einheitliche, sauber kontrollierte Finanzkasse?

Hagenkord: Ob die Kongregationen sich sträuben, weiß ich nicht. Fest steht: Der im Rahmen der Kurienreform geschaffene Wirtschaftsrat und das neue Wirtschaftssekretariat haben ein Durchgriffsrecht erhalten. Es ist der Wille des Papstes und der Weltkirche, vertreten durch die Kardinäle Reinhard Marx und George Pell, die für diesen Bereich in der Kardinalskommission K9 zuständig sind und beim Konsistorium, der Versammlung der Kardinäle, soeben umfangreich Bericht erstatteten: Alle Finanzen des Heiligen Stuhls und des Vatikans müssen vereinheitlicht und durchsichtig gemacht wer

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