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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2019
Sie herrschen mit Gott
Wie es zu sexualisierter und spiritueller Gewalt in der Kirche kommt
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Sie herrschen mit Gott

von Bernd Kopp vom 22.02.2019
Antimissbrauchsgipfel im Vatikan: Die Kirche muss ihr Priesterbild und die Ämterhierarchie neu bestimmen. Denn der Klerikalismus begünstigt sexualisierte Übergriffe, meint der Theologe Bernd Kopp. Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Nicht alle Priester sind klerikalistisch, und doch ist die klerikalistische Überheblichkeit, mit der sich der Priester über andere Gläubige stellt,  allgegenwärtig in der katholischen Kirche, meint der Theologe Bernd Kopp  (Foto: istockphoto/AGEphotography)
Nicht alle Priester sind klerikalistisch, und doch ist die klerikalistische Überheblichkeit, mit der sich der Priester über andere Gläubige stellt, allgegenwärtig in der katholischen Kirche, meint der Theologe Bernd Kopp (Foto: istockphoto/AGEphotography)

Es hat viel zu lange gedauert, bis die Amtskirche den Überlebenden von sexuellen Übergriffen und Gewalt durch Kleriker endlich zu glauben begann: Diese Erfahrungen lassen sich nun nicht mehr bagatellisieren oder verleugnen, auch wenn es einige immer noch tun. Und doch scheint vielen Amtsträgern der katholischen Kirche weltweit vor allem eines wichtig zu sein: dass in ihrer Institution alles so bleibt, wie es ist.

Aktuell beraten im Vatikan Bischöfe aus der ganzen Welt über den »Schutz von Minderjährigen in der Kirche«. Die Erwartungen an den von Papst Franziskus einberufenen »Antimissbrauchsgipfel« sind hoch. In Deutschland haben sich neun prominente Katholikinnen und Katholiken in einem Offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewandt (siehe Publik-Forum 3/2019). Kardinal Reinhard Marx möge sich mutig für Reformen einsetzen, denn: »Der Missbrauch in unserer Kirche hat auch systemische Gründe. Die Versuchung des Klerikalismus folgt dem Klerus wie ein Schatten. Die Aussicht auf Macht in Männerbünden zieht Menschen aus Risikogruppen an.« Nötig sei künftig eine »echte Gewaltenteilung«, das Ende der »Überhöhung des Weiheamts«, die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern und »die freie Wahl ihrer Lebensform«. Außerdem brauche es »einen Neustart mit der Sexualmoral«.

Kritiker, wie das konservative Forum Deutscher Katholiken, werfen den Unterzeichnern, darunter die Jesuiten Klaus Mertes und Ansgar Wucherpfennig, vor, sie instrumentalisierten den Missbrauchsskandal für ihre Reformwünsc

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