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Ostern: Licht für die düstere Welt

von Markus Dobstadt 01.04.2018
An Ostern feiern Christen die Auferstehung, die Erlösung vom Tod. »Mir scheint es, als bräuchte die Welt gerade jetzt diese hoffnungsvolle, helle Botschaft. Denn an viel zu vielen Orten geht es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben oder Sterben«, sagt Markus Dobstadt. Gott verhindert nicht den Tod, auch nicht den allergrausamsten. Macht es dennoch Sinn, ihn anzurufen?
»Mir scheint es, als bräuchte die Welt gerade jetzt eine hoffnungsvolle, helle Botschaft. Denn an viel zu vielen Orten geht es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben oder Sterben«, sagt Markus Dobstadt. (Foto: pa/Design Pics)
»Mir scheint es, als bräuchte die Welt gerade jetzt eine hoffnungsvolle, helle Botschaft. Denn an viel zu vielen Orten geht es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben oder Sterben«, sagt Markus Dobstadt. (Foto: pa/Design Pics)

Machen Gebete Sinn? Auch wenn Gott nicht tätig wird als eine Friedensmacht, die den Kriegern auf unseren Wunsch hin die Waffe aus der Hand nimmt?

Für mich lautet die Antwort: »Ja!« Denn ein Gebet bestärkt mich im Engagement gegen Ungerechtigkeiten. Die gute Botschaft von der Auferstehung mag den Menschen in den Kriegsgebieten der Welt ihr Leid nicht lindern. Aber sie kann uns Ansporn sein, Herzen und Türen zu öffnen und im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen oder zumindest das Leiden in der Welt wahrzunehmen. Wir könnten beten:

Gott, gib uns Kraft, den Menschen in Ost-Ghouta in Syrien zu helfen, durch Geldspenden, politischen Protest und unser Mitgefühl. Sie wurden in den vergangenen Wochen belagert und bombardiert. Noch immer können jederzeit Granaten in ihr Haus einschlagen, der Tod ist für sie alltäglich. Männer, Frauen und Kinder sind zu Geiseln in einem Kampf geworden, in dem ihr Schicksal keine Rolle spielt.

Lass uns die Menschen aus Afrin in Syrien unterstützen. Bis zu 200.000 Bewohner sind wegen der Militäroffensive der Türkei auf der Flucht. Wo verbringen sie jetzt ihre Tage? Wer versorgt sie mit Lebensmitteln? Mit wem reden sie über ihre Albträume?

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Gott, lass uns die muslimischen Rohingya in Bangladesch nicht aus dem Blick verlieren. Im buddhistischen Myanmar waren sie ihres Lebens nicht mehr sicher. Jeder hätte es gemacht wie sie und wäre um sein Leben gelaufen. Die Armee Myanmars verbrannte ihre Häuser und tötete viele von ihnen. Mehr als 700.000 Menschen flüchteten nach Bangladesch, wo das größte Flüchtlingslager der Welt entstanden ist. Doch mehr als ihr Leben konnten die Menschen nicht retten. Eine Perspektive haben sie nicht. Was wird aus ihnen? In Bangladesch sind sie nicht willkommen. Es heißt, sie sollen zurückkehren, nach zwei Jahren. Aber ihre Heimatorte sind zerstört.

Gott, lass uns auch den Menschen im Südsudan helfen. Seit fünf Jahren tobt in dem Land ein Bürgerkrieg. Ein Drittel der südsudanesischen Bevölkerung ist auf der Flucht, viereinhalb Millionen Menschen. Was können sie für den verbrecherischen Machtkampf in ihrem Land?

Lass uns uns auch für die Menschen im Jemen einsetzen. Und sei es, dass wir gegen die unfassbaren deutsche Rüstungsexporte an die kriegführenden Länder protestieren. Seit Jahren tobt auch dort ein Machtkampf um die Vorherrschaft, der von Saudi-Arabien und dem Iran befeuert wird. In dem geschundenen Land entwickelte sich die größte humanitäre Krise der Welt. Rund 22 Millionen Menschen brauchen Hilfe, sagt das UN-Flüchtlingshilfswerk.

Gott, lass uns Menschen helfen, die auf der Flucht sind, soweit es uns möglich ist. Niemand verlässt freiwillig den Ort, an dem er lebt. Weltweit können über 60 Millionen Menschen nicht mehr in ihrer Heimat sein! Lass uns uns dafür einsetzen, dass sie offene Grenzen finden und Orte, an denen sie zur Ruhe kommen können. Nähre unsere Hoffnung, dass Europa die kleinlichen und ängstlichen Debatten über die Flüchtlingsaufnahme überwindet und Regierungen keine Angst vor den Scharfmachern und Populisten haben, die in diesen Zeiten vielfältiger Vertreibungen nach Grenzschließungen rufen. Und dass, obwohl mittlerweile weniger als ein halbes Prozent (!) aller weltweit Flüchtenden pro Jahr nach Deutschland kommen. Unter ihnen sind auch manche Christen. Ihre Glaubensgeschwister in unserem reichen Land sollten sich an Ostern fragen, ob unter all den Geflüchteten auf der Welt nicht auch der Gekreuzigte zu finden ist.

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