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Not macht erfinderisch

vom 18.04.2020
Gudrun Born, Frankfurt

Notsituationen machten erfinderisch! Einmal monatlich treffen sich circa zwanzig Seniorinnen (80+) im Erzählcafé. Immer wird ein bereits zu Jahresbeginn von allen ausgewähltes Thema diskutiert. Für April hieß es: Selbst-Vorsorge ist die beste Versicherung.

Und dann hielt im März auch in Deutschland Corona Einzug, und das Gemeindehaus war geschlossen. Kann man ein solches Thema behandeln, ohne sich zu treffen? Man kann!

Ich stellte wichtige Details zum vereinbarten Thema schriftlich zusammen, das ergab zehn Seiten geballte Information. Dann rief ich alle Gruppenmitglieder an und erklärte ihnen: Ich habe eine Information zu unserem Thema zusammengestellt, die können Sie in Ruhe lesen. Zwei Wochen später biete ich für kleine Gruppen zu je fünf Personen Telefonkonferenzen an, Dauer circa eine Stunde. Sie brauchen dafür nur einen Festnetzanschluss mit Flatrate, dann ist das kostenlos – machen Sie mit? Mit denen, die zustimmten, wurde noch geklärt: Wann passt es Ihnen? Datum? Vor- oder nachmittags? Man spürte die Freude, dass dieses wichtige Thema nicht einfach ausfallen musste.

Zwei Frauen verteilten die Briefe, auch an die, die nicht telefonieren wollten. Gleich nach Ostern war es so weit. Ein paar kleine Pannen mit der Einwahl, aber schließlich kamen Telkos à fünf Frauen zusammen. Sie saßen sozusagen »um einen virtuellen Tisch mit Blumenstrauß«, die Verständigung war problemlos. Alle waren gut auf das Thema vorbereitet, viele hatten sich Stichworte oder Fragen notiert. Dabei ergab sich auch ein lebhafter Austausch über eigene Erfahrungen mit Vollmachten, Testamenten und fehlenden Bankvollmachten.

Am Schluss jeder Konferenz waren sich alle einig: Bis die Corona-Krise vorbei ist, treffen wir uns per Telefon, das ist doch eine Alternative – absolut ohne Risiko!

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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