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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2018
Gott, mein Therapeut
Religion stärkt. Aber warum?
Der Inhalt:

Gott, mein Therapeut

Religion stärkt. Aber warum? Wie Psychologen und Hirnforscher die Seele entschlüsseln. Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Schöne rote Chaiselongue, schöner blauer Himmel, und alles so herrlich schwebend leicht: So stellt man sich doch gern eine Therapiesitzung bei Gott vor, nicht wahr? (Fotos:  istockphoto/dogayusufdokdok; Niebrugge/Alamy Stock Photo)
Schöne rote Chaiselongue, schöner blauer Himmel, und alles so herrlich schwebend leicht: So stellt man sich doch gern eine Therapiesitzung bei Gott vor, nicht wahr? (Fotos: istockphoto/dogayusufdokdok; Niebrugge/Alamy Stock Photo)

Ismael ist Kindersoldat, irgendwo in Afrika. »Ich habe keine Wahl, als das zu tun, was die Kämpfer von mir verlangen. Meine Eltern und meine Brüder leben nicht mehr. Ich habe niemanden, zu dem ich gehen könnte. Die Kämpfer geben uns Gewehre und zwingen uns, Gefangene zu erschießen. Sie pumpen uns voll Drogen. Ich töte, um selbst zu überleben. Die Waffe schützt mich, sie hält mich am Leben. Wenn ich töte, habe ich keine Gefühle. Wenn ich nicht töte, spüre ich, wie allein und verlassen ich bin. Nur in der Moschee fühle ich mich wohl, weil ich dort Gott begegnen kann.«

Anna ist eine Frau Mitte dreißig, irgendwo in Deutschland. Sie lebt allein. Nicht freiwillig. Sie hätte gern eine Beziehung zu einem Mann. Zu einem ganz bestimmten. Aber er will sie nicht. Als er ihr das sagt, geht es ihr sehr schlecht. In den ersten Tagen danach weint sie viel,