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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2018
Der Mord und der Westen
Der Fall Saudi-Arabien: Handel, Macht und Menschenrechte
Der Inhalt:

Göttersturz an der Weichsel

Der Pädophilie-Skandal hat Polen erreicht. Der Film »Kler«, Klerus, konfrontiert die Polen mit ihrem überhöhten Priesterbild – und führt zu Debatten über den Missbrauch in der katholischen Kirche
Unheilige Männer: Szene aus dem Film »Kler«. Die Handlung ist fiktiv, die Missstände sind real (Foto: Mrozowski/Kler)
Unheilige Männer: Szene aus dem Film »Kler«. Die Handlung ist fiktiv, die Missstände sind real (Foto: Mrozowski/Kler)

Alles Verschwörung – rechte Blätter, konservative Politiker und selbst katholische Journalisten sind sich einig: Die liberale Linke und die Macher des Spielfilms »Kler«, übersetzt: Klerus, haben sich gegen die Kirche verschworen. Denn es könne ja kein Zufall sein, dass die Pädophilen-Debatte just mit der Premiere des kirchenkritischen Kassenschlagers von Wojciech Smarzowski zusammenfällt. Während sein Film in manchen Kinos wegen des Andrangs mehr als zwanzig Mal am Tag gezeigt wird, boykottieren ihn etliche Kommunen in ihren stadteigenen Kinos. Im regierungsgelenkten Staatsfernsehen TVP spricht man von »angeblichen Eliten, die die katholische Kirche angreifen« – und vom deutschen Springer-Konzern, der den Film durch seine Medien »promote«.

Die Opfer haben in Polen einen schweren Stand