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Frido Mann: Die Religion versagt

von Britta Baas 27.04.2013
Frauenhass, Anmaßung, Angst: Was die Religionen seit Urzeiten prägt, verhindert heute, dass sie Frieden machen und echten Sinn stiften. Davon ist der Lieblingsenkel Thomas Manns überzeugt. Frido Mann hat gerade ein Buch zum Thema geschrieben. Er findet trotzdem: Religion hat Zukunft. Aber warum? Sieben Fragen an den Theologen und Psychologen, über den sein Großvater einst häufig schrieb
Frido Mann, Enkel Thomas Manns, Psychologe und Theologe, gibt dem neuen Papst eine Chance: "Er scheint mir der erste Mann in diesem Amt zu sein, der sich an das Thema Armut ganz biblisch annähert. Allerdings habe ich noch nicht gehört, dass er sich auch für die Frauen starkmacht." (Foto: pa/Burgi)
Frido Mann, Enkel Thomas Manns, Psychologe und Theologe, gibt dem neuen Papst eine Chance: "Er scheint mir der erste Mann in diesem Amt zu sein, der sich an das Thema Armut ganz biblisch annähert. Allerdings habe ich noch nicht gehört, dass er sich auch für die Frauen starkmacht." (Foto: pa/Burgi)

Herr Professor Mann, gerade haben Sie ein Buch über das Versagen der Religion veröffentlicht. Worin versagt die Religion Ihrer Meinung nach?

Frido Mann: Religionen versagen sehr oft im Dialog. Sie versagen darin, ihre Versprechen von Geschwisterlichkeit und Liebe einzuhalten. Im Nahen Osten, der Wiege von Judentum, Christentum und Islam, haben die Religionen bei der Friedensstiftung bislang am offensichtlichsten versagt. Ich frage mich: Woher kommt das? Liegt dieses heutige Versagen in der Entstehungsgeschichte dieser Religionen begründet? In allen drei Fällen war sie ja geprägt von patriarchalen Herrschaftsstr