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Florence und Franziskus

von Britta Baas vom 14.05.2013
Sie ist Franziskanerin, er ist Papst: Die Präsidentin der US-Nonnen will mit dem neuen Mann in Rom einen alten Konflikt lösen. Doch ihr Besuch im Vatikan Anfang Mai lief anders als erhofft. Auf dem Spiel steht die Zukunft der Frauenorden – nicht nur in den USA
Interessiert an einem offenen Dialog mit dem Papst: Florence Deacon (vorn) und ihre Amtsvorgängerin Pat Farrell. (Foto: pa/ap/Perlman)
Interessiert an einem offenen Dialog mit dem Papst: Florence Deacon (vorn) und ihre Amtsvorgängerin Pat Farrell. (Foto: pa/ap/Perlman)

Florence Deacon reist gerade viel. Rom, München, Frankfurt und wieder Rom: Die Präsidentin der Konferenz der US-Ordensfrauen ist mehr im Ausland unterwegs als daheim. Deacon vertritt die Interessen von etwa achtzig Prozent der rund
57 000 Nonnen der USA. Ihre Mission ist diplomatisch, und ihr Ziel ist klar: die
US-Nonnen von einem Verdikt des Vatikans zu befreien, das seit gut einem Jahr auf ihnen lastet.

Alles beginnt mit einer »Apostolischen Visitation«. Der Vatikan bestimmt 2009 eine Kommission, die den US-Frauenorden einen Besuch abzustatten hat. Erkundet werden Details des jeweiligen Ordenslebens, festgehalten werden Antworten auf Fragebögen. Die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengeführt.

Damit nimmt das Unglück seinen Lauf. Denn in der vatikanischen Glaubenskongregation nimmt man Anstoß am Leben der Nonnen. Oder besser gesagt: Man nimmt Anstoß an ihrem Führungsgremium, der Leadership Conference of Women Religious (LCWR), dem mitgliederstärksten Ordensfrauenverband der USA. Im Zentrum der Kritik: die damalige Präsidentin Pat Farrell, Vorgängerin von Florence Deacon.

Der Vatikan will, dass die Nonnen »das Katholische« demonstrieren

Farrell und ihresgleichen seien zu feministisch und so sehr auf Sozialarbeit und »social gospel« konzentriert, dass sie darüber die Einheit mit der Kirche und ihrer Lehre vernachlässigten, heißt es in Rom. Man erwarte ein »katholischeres« Auftreten der Nonnen, mithin klare Worte in Fragen der öffentl

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