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»Nur Gott versteht die Serben«

von Thomas Seiterich vom 15.08.2008
Zwischen Nationalismus und religiösem Erwachen: Keine Kirche in Europa wird derzeit so gebeutelt wie die serbische Orthodoxie
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Hochsommer in Serbien. Es jährt sich zum 619. Mal die Schlacht auf dem Amselfeld, dem Kosovo polje. Die heroische Niederlage gegen die Türken am Vidovan, dem Sankt-Veits-Tag 1389, bildet die mythische Geburtsstunde der serbischen Nation, ihres Sendungsbewusstseins und der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Sie theologisiert die Niederlage als »das serbische Golgatha«: Der orthodoxe Serbenkönig Lazar opferte sich für die Christenheit Europas gegen den Feind der Kirche, den muslimischen Sultan. Beide, König Lazar und der Sultan Murad I., fielen am selben Tag, dem 28. Juni 1389, auf dem Amselfeld.

Heute liegt jenes Amselfeld im Nachbarstaat Kosovo, der Mitte Februar 2008 dank der Nato, der USA und einiger Staaten der Europäischen Union von Serbien unabhängig wurde. Für Serbiens Nationalisten und für die serbisch-orthodoxe Kirche ist die zu

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