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Wem geben Sie Ihre Stimme?

Christoph Bautz, Canan Topçu, Peter Neher: Sie gehen am Sonntag zur Bundestagswahl. Publik-Forum.de hat sie und 24 weitere Persönlichkeiten gefragt: »Wen wählen Sie?« Lesen Sie hier die Antworten des Kampagnenmachers, der Journalistin und des Theologen
Christoph Bautz, Canan Topçu, Peter Neher: Wem gebern sie ihre Stimme bei der Bundestagswahl am Sonntag? (Fotos: pa/dpa/Kay Nietfeld; pa/zb/Karlheinz Schindler; DCV/Anke Jacob)
Christoph Bautz, Canan Topçu, Peter Neher: Wem gebern sie ihre Stimme bei der Bundestagswahl am Sonntag? (Fotos: pa/dpa/Kay Nietfeld; pa/zb/Karlheinz Schindler; DCV/Anke Jacob)

Publik-Forum.de: Herr Bautz, wie wichtig nehmen Sie die Bundestagswahl 2017?

Christoph Bautz: Wir erleben derzeit eine Häufung von Krisen wie selten: Das Auseinanderdriften Europas, den zunehmenden Einfluss von Rechtspopulisten und Autokraten, den Klimawandel und das Elend im Mittelmeer. Die Bundestagswahl entscheidet, wie Antworten auf diese Krisen aussehen. Doch leider plätschert der Wahlkampf dahin und die Konturen der einzelnen Parteien treten viel zu wenig zutage. Das ist Gift für eine lebendige Demokratie.

Was soll in Deutschland anders werden? Worauf hoffen Sie?

Bautz: Im Rahmen unseres Aufbruchs 2017 haben an 1200 Orten viele Tausende Menschen diskutiert, was in Deutschland anders werden soll. 75000 Menschen stimmten dann im Internet ab, welche zehn Forderungen wir als Campact an eine neue Bundesregierung richten. Zentrale Politikprojekte sind Ausstieg aus Kohle und Massentierhaltung, gerecht finanzierte Renten für alle, das Ende undemokratischer Freihandelsabkommen sowie der rasche Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Wem geben Sie Ihre Stimme?

Bautz: Wen ich wähle, bleibt meine Privatsache. Aber ganz wichtig bei der Wahl ist mir der Kohleausstieg, der die Energiewende zu einer Erfolgsgeschichte mit weltweiter Strahlkraft macht. Als zweites die Bürgerversicherung, damit unser Gesundheitssystem gerechter finanziert ist und die Zwei-Klassen-Medizin ein Ende hat. Und als drittes finde ich zentral, dass der Lobbyismus von gut organisieren Wirtschaftsverbänden konsequent zurückgedrängt wird.

Canan Topçu: »Ich kann über Erdogans Entgrenzung nur lachen«

Publik-Forum.de: Wie wichtig nehmen Sie die Bundestagswahl?

Canan Topçu: Sehr wichtig! Zumal ich als Türkischstämmige, der die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in ihrem Herkunftsland großen Kummer und Sorge bereiten, es sehr zu schätzen weiß, in einem demokratischen Land zu leben. Als 43-Jährige habe ich erstmals bei einer Bundestagswahl meine Stimme abgeben können; ich habe nämlich zuvor die türkische Staatsbürgerschaft gehabt und war in Deutschland nicht wahlberechtigt. An der Teilnahme bei den Wahlen in der Türkei war ich nicht interessiert, weil ich meinen Lebensmittelpunkt nicht dort hatte.

Was soll in Deutschland anders werden? Worauf hoffen Sie?

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Topçu: Seit ich einen pflegebedürftigen Vater habe, nehme ich wahr, dass alte Menschen keine Lobby haben. Ich hoffe, dass die Politik sich mehr für ein würdevolleres Leben von Alten einsetzt. Und ich hoffe, dass die neu gewählte Bundesregierung eine Politik entwickelt, die schneller die Integration von Geflüchteten und Zuwanderern ermöglicht und sich glaubwürdig gegen die Spaltung der Gesellschaft in »wir« und »ihr« engagiert.

Wem geben Sie Ihre Stimme?

Topçu: Ich bin soweit integriert, dass ich mir die hiesige Kultur der geheimen Wahl verinnerlicht habe ;-). Ein bisschen was kann ich aber verraten – nämlich, dass ich auf keinen Fall dem Boykottaufruf des türkischen Staatspräsidenten folgen werde. Erdogan hat ja unlängst an die Deutschtürken appelliert, nicht die CDU, SPD und Grüne zu wählen, weil sie seiner Ansicht nach türkeifeindliche Parteien seien. Ich kann über Erdogans Entgrenzung nur lachen! Wo ich meine Kreuze mache, das entscheide ich selbst!

Peter Neher: »Das große Thema ist Integration«

Publik-Forum.de: Herr Neher, wie wichtig ist Ihnen die Bundestagswahl?

Peter Neher: Es ist wertvoll, in einer Demokratie zu leben, die jede und jeder mitgestalten kann. Demokratien leben von der Beteiligung ihrer Bürger. Mir scheint, dafür muss wieder geworben werden, gerade heute. Das Bewusstsein schwindet, dass jede Stimme zählt und meine Stimme über die politische Ausrichtung der nächsten Jahre mitentscheidet. Dass die Menschen zur Wahl gehen, dafür setzen wir uns in diesem Jahr mit unserer Aktion »Wählt Menschlichkeit« ein.

Was ist für Sie das drängendste politische Problem in Deutschland?

Neher: Für mich gibt es zwei drängende Probleme. Das eine ist der Klimawandel, dessen Bekämpfung das entschlossene und entschiedene Handeln aller Länder erfordert, weil die Auswirkungen die Erde als Ganze betreffen werden. Und es ist das große Thema der Integration der Menschen, die als Schutzsuchende in unser Land und gekommen sind.

Wem geben Sie Ihre Stimme?

Neher: Der Partei, von der ich glaube, dass sie die drängenden Probleme im Zusammenwirken mit anderen Parteien und gesellschaftlichen Akteuren am besten lösen kann.

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