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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2013
Die Welt ist keine Kaffeetasse
Warum die Naturwissenschaften die Wirklichkeit nicht vollständig erklären können
Der Inhalt:

Was Mali wirklich hilft

von Boniface Mabanza vom 22.01.2013
Militärs können vielleicht Terroristen bremsen. Doch sie beantworten nicht die entscheidende Frage: Wie kann in Mali ein nachhaltig gerechter Frieden geschaffen werden? Ein Kommentar von Boniface Mabanza
Der Krieg gegen die Islamisten im Norden Malis ist angesichts von Folterungen und Vergewaltigungen unvermeidbar, doch der Militäreinsatz darf nur der erste Schritt sein (Foto: pa/Foreix)
Der Krieg gegen die Islamisten im Norden Malis ist angesichts von Folterungen und Vergewaltigungen unvermeidbar, doch der Militäreinsatz darf nur der erste Schritt sein (Foto: pa/Foreix)

Als westliche Mächte die Beziehungen zu Gaddafi normalisierten und saftige Wirtschaftsverträge bis hin zu Waffengeschäften mit ihm abschlossen, dachten die wenigsten daran, dass ihre Armeen ein Paar Jahre später jenen Waffen gegenüberstehen würden, die sie selbst an Gaddafi verkauft hatten. Doch genau das passiert jetzt in Mali.

Nach dem Fall des Gaddafi-Regimes setzten sich einige »seiner« Tuareg-Kämpfer mit Waffen und Munition nach Mali ab. Darüber hinaus landeten viele der in Gaddafis Waffenlagern geplünderten Waffen in den Händen von Terroristen, die in der Sahel-Zone schon aktiv waren. Dazu zählt vor allem die Al Kaida des Maghreb.

Nicht einzugreifen, wäre unverantwortlich gewesen

Doch damit nicht genug. Zu diesen gewalttätigen Kräften kommt die MNLA hinzu. Diese Bewegung von Tuaregs kämpft für eine weitestgehende Autonomie, wenn nicht sogar Unabhängigkeit des Nordens vom Süden Malis. Anders als die anderen hat diese Bewegung, zumindest bis jetzt, keine religiösen, sondern politische, territoriale und Identitätsfragen in den Vordergrund gestellt. Sie kann deshalb mit der radikal religiösen Rhetorik der anderen nicht viel anfangen, noch weniger mit deren Morden, Vergewaltigungen und Folterungen an allen, die sich ihren Vorstellungen widersetzen.

Die autonomen Tuaregs hoffen deshalb auf die Franzosen. Trotz großer Risiken scheint die militärische Intervention in Mali unvermeidbar – in Anbetracht der Verbrechen der »Islamisten« und deren Absicht, das ganze Land unter ihre Kontrolle zu bringen und nach ihren Gesetzen zu verwalten. Nachdem die Zeit für Alternativen zum Krieg leider nicht genutzt wurde, wäre es unver

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