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Traumatherapie für CDU und SPD

von Ludwig Greven 12.02.2019
Die Sozialdemokraten beginnen, sich von Schröders Hartz-Reformen zu befreien. Die Christdemokraten verabschieden sich endgültig von Merkels Willkommenspolitik. Was folgt daraus?
Die Parteichefinnen steuern vorsichtig um - und ihre in der Koalition verbundenen Parteien voneinander weg: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (links) setzt auf noch mehr Härte in der Flüchtlingspolitik, SPD-Vorsitzende Andrea Nahles will eine Reform des Sozialstaates. (Fotos: pa/Contini; pa/Kumm)
Die Parteichefinnen steuern vorsichtig um - und ihre in der Koalition verbundenen Parteien voneinander weg: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (links) setzt auf noch mehr Härte in der Flüchtlingspolitik, SPD-Vorsitzende Andrea Nahles will eine Reform des Sozialstaates. (Fotos: pa/Contini; pa/Kumm)

Parallelen und Paradoxien in der Politik: SPD und CDU haben jeweils zwei Tage lang Selbsttherapie betrieben. Er ging darum, Traumata zu bearbeiten und zu überwinden, die ihnen ihre Kanzler zugefügt haben: der SPD die rot-grünen, in Wahrheit neoliberalen schwarz-gelben Hartz-Reformen von Gerhard Schröder, deren heftige Schmerzen bis heute nachwirken; der CDU die zeitweise Politik offener Grenzen von Angela Merkel, die eigentlich eine rot-grüne war und das Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Union nicht minder in Frage gestellt hat.

Mit weitreichenden Folgen in beiden Fällen: Die Bundesrepublik ist heute ein sehr anderes Land, als es ohne diese beiden zentralen Weichenstellungen des letzten SPD-Kanzlers und der CDU-Kanzlerin wäre. Es hat einerseits, auch in Folge der von Schröder durchgedrückten Einschnitte in den Sozialstaat, einen la