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Samad: »Ich will kein Märtyrer werden«

von Britta Baas 25.11.2013
Hamed Abdel-Samad, Politikwissenschaftler und Publizist, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit am Sonntag in Ägypten entführt worden. Seit Monaten wird der scharfe Kritiker der Islamisten mit dem Tode bedroht. In Deutschland lebt er unter Polizeischutz; in Ägypten war er offenbar für einige Stunden ohne Leibwächter unterwegs. Mit fatalen Folgen
Vermutlich am Sonntag, 24. November 2013,  in Ägypten entführt: Hamed Abdel-Samad, Politikwissenschaftler und Publizist, langjähriger Publik-Forum-Autor (Foto: pa/Kjer)
Vermutlich am Sonntag, 24. November 2013, in Ägypten entführt: Hamed Abdel-Samad, Politikwissenschaftler und Publizist, langjähriger Publik-Forum-Autor (Foto: pa/Kjer)

Sein Handy ist angeschaltet. Der Ruf geht durch. Es klingelt lange; mindestens ein Dutzend mal, dann höre ich auf zu zählen. Ich will auflegen. Da höre ich eine automatische Stimme am anderen Ende: »Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar.«

Vorübergehend? Also probiere ich es wieder. Doch viele Stunden lang ändert sich nichts an dieser Ansage. Was passiert in diesen Stunden?

Ich mag es mir nicht ausmalen. Und doch kommen mir ungewollt Bilder in den Kopf. Bilder von Männern, die Arabisch sprechen. Die sich beraten. Und die einen Mann gefangen halten, der nicht auf ihrer Seite steht.