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Organspende nur ohne Druck

von Ludwig Greven 04.04.2019
Gesundheitsminister Jens Spahn will, dass künftig jeder zum Organspender wird, der dem nicht zu Lebzeiten widersprochen hat. Die katholischen Bischöfe wenden sich gegen diese Regelung. Sie haben recht, meint Ludwig Greven, die sogenannte Widerspruchslösung ist der falsche Weg

Menschenleben zu retten, ist ein verständliches, sehr berechtigtes Anliegen. Und eine humanitäre Pflicht. Erst recht, wenn man als oberster Verantwortlicher feststellen muss, dass zwar viele Bürger Organspenden befürworten, aber nur wenige einen Spenderausweis haben. Und deshalb die allermeisten im Todesfall als potenzielle Spender von Nieren, Herz oder Leber ausfallen, auf die Todkranke dringend angewiesen sind. Denn ohne Zustimmung zu Lebenszeiten (oder ersatzweise durch Angehörige) darf kein Arzt einem Toten ein Organ entnehmen. Weshalb viele, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind, lange warten müssen. Oder, wenn sie keines bekommen, sterben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der SPD-Experte und Arzt Karl Lauterbach und andere Abgeordnete haben deshalb nun im Bundestag eine Initiative gestartet, um die bisherige Regelung umzudrehen. Künftig soll jeder im Falle des Hirntods als Spender infrage kommen, es sei denn, er oder sie hat dem zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen. Oder die Hinterbliebenen können, falls eine solche Willenserklärung fehlt, glaubhaft machen, dass der/die Verstorbene kein Organ spenden wollte. Doch diese angestrebte Widerspruchslösung ist allerdings ethisch höchst fragwürdig.

Jeder hat das Recht, sich nicht zu entscheiden

Denn jeder hat nicht nur das Recht, über sich und seinen Körper auch über den Tod hinaus zu bestimmen, sondern genauso, darüber nicht zu verfügen. Also sich weder für noch gegen eine Organspende entscheiden zu müssen, keinen Spenderausweis mit sich zu tragen und sich weder auf einer Spender- noch eine Nichtspender-Liste eintragen zu lassen.

Das ergibt sich aus der Würde des Menschen und ihr