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Merkels Abgesang

von Ludwig Greven 29.10.2018
Union und SPD sind bei der Wahl in Hessen erneut schwer bestraft worden. Die Große Koalition hat wieder, wie in Bayern, lange Schatten geworfen. Dennoch werden SPD und Union wohl in Berlin weitermachen. Mit der Hessenwahl hat aber der Abschied von Angela Merkel endgültig begonnen: Sie wird als CDU-Parteivorsitzende im Dezember nicht mehr kandidieren. Wie lange bleibt sie noch Kanzlerin?
Volker Bouffier kann wohl, trotz großer Stimmenverluste der CDU, Ministerpräsident in Hessen bleiben und mit den Grünen weiterregieren, für Kanzlerin Angela Merkel hat die Hessenwahl dagegen gravierende Folgen: Sie kündigt ihren Abschied als CDU-Parteivorsitzende an (Foto: pa/Stein)
Volker Bouffier kann wohl, trotz großer Stimmenverluste der CDU, Ministerpräsident in Hessen bleiben und mit den Grünen weiterregieren, für Kanzlerin Angela Merkel hat die Hessenwahl dagegen gravierende Folgen: Sie kündigt ihren Abschied als CDU-Parteivorsitzende an (Foto: pa/Stein)

Zusammen mehr als 22 Prozentpunkte weniger für CDU und SPD in Hessen, mehr als 21 Prozent für CSU und SPD zuvor in Bayern: Die verheerenden Verluste der früher großen Parteien sind beispiellos. Eindeutiger kann das Misstrauensvotum der Bürger in sie, ihr Führungspersonal und die ehedem Große Koalition in Berlin nicht sein. Die Wähler laufen weg, zu den Grünen wie zur AfD. Die Mitte franst aus, auch wenn die Grünen sich dort als Partei des gutbürgerlichen Protestes festgesetzt haben. Aber sie können den anhaltenden Niedergang der Christ- und Sozialdemokraten nicht ausgleichen. Im Bund regieren sie seit 2005 fast ununterbrochen gemeinsam – und haben darüber ihr Profil und ihre Überzeugungskraft verloren. Die SPD noch mehr als die CDU. Aber das ist für Merkels Partei nur ein geringer Trost.

Doch wer geglaubt hatte, dass in Berlin nach dem neuer