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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2015
»Der Papst muss liefern«
Publik-Forum-Streitgespräch über Reformen in der katholischen Kirche
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Hilflos gegen den Hass?

von Josefine Janert vom 09.10.2015
Fremdenfeindliche Töne und Angriffe auf Prominente im Internet nehmen bedrohliche Ausmaße an. Was Polizei, Justiz und Netzwerke wie Facebook und Twitter dagegen tun – oder eben nicht
Der Ton im Internet ist schärfer geworden, engagierte Bürger oder Prominente, die sich für die Aufnahme von Flüchtlingen stark machen, bekommen das zu spüren (Foto: addricky/shotshop.com)
Der Ton im Internet ist schärfer geworden, engagierte Bürger oder Prominente, die sich für die Aufnahme von Flüchtlingen stark machen, bekommen das zu spüren (Foto: addricky/shotshop.com)

Neulich in Deutschland: Während Ehrenamtliche sich auf Bahnhöfen um Flüchtlinge kümmern, lassen »besorgte Bürger« im Internet ihren Gewaltfantasien freien Lauf. »Für ein ungezieferfreies Heimatland« schreibt jemand anonym auf Facebook und meint die Migranten. Der Blog »Perlen aus Freital«, der sich als Internet-Pranger gegen Rassismus versteht, dokumentiert es, ebenso wie die Posts »Umfaren das kanaken folk« (Rechtschreibung im Original) und »In Buchenwald, Auschwitz und Sachsenhausen ist noch Platz«.

Angriffe auf Akteure der Zivilgesellschaft und Hasskommentare gab es schon immer. »Der Ton ist schärfer geworden«, sagt die Piraten-Politikerin Birgit Rydlewski. Die 45-Jährige sitzt im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Sie wird regelmäßig bedroht, unter anderem weil sie sich gegen die starke rechte Szene in ihrer Heimatstadt Dortmund engagiert. Attackiert werden nun auch viele andere, die sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aussprechen: Der Blogger Sascha Lobo, der Schauspieler Til Schweiger, Katrin Göring-Eckardt von Bündnis 90/Die Grünen sind nur die prominentesten Fälle.

Shitstorm gegen Wolfgang Thierse

Betroffen sind aber auch viele engagierte Bürger vor Ort. Der SPD-Politiker Wolfgang Thierse musste schon im Januar einen Shitstorm über sich ergehen lassen, nachdem er sich bei Günther Jauch von Pegida distanziert hatte. Vor Kurzem wurde der ehemalige Bundestagspräsident in einem Berliner Restaurant von einem Unbekannten angepöbelt. Thierse trank mit seiner Frau ein Bier, als ihn plötzlich ein etwa 35 Jahre alter Mann anschnauzte: »Sie sind schuld daran, wa

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