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»Ein erschreckender Zustand der Welt«

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 04.03.2019
In der Weltpolitik geht es polarisierend und konfrontativ zu, sagt die Grüne Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags. Das habe kürzlich die Münchner Sicherheitskonferenz gezeigt. Besonders beunruhigt sie die aggressive Haltung der USA gegenüber dem Iran
Wohin führen die Spannungen zwischen USA und Iran? »Zutiefst beunruhigend« nennt Grünen-Politikerin Claudia Roth die aggressiven Töne von US-Vizepräsident Mike Pence in Richtung Iran bei der Münchner Sicherheitskonferenz. (Fotos: istockphoto/narvikk; pa/Pagels)
Wohin führen die Spannungen zwischen USA und Iran? »Zutiefst beunruhigend« nennt Grünen-Politikerin Claudia Roth die aggressiven Töne von US-Vizepräsident Mike Pence in Richtung Iran bei der Münchner Sicherheitskonferenz. (Fotos: istockphoto/narvikk; pa/Pagels)

Publik-Forum.de: Frau Roth, Sie haben kürzlich an der 55. Münchner Sicherheitskonferenz teilgenommen. Welchen Eindruck haben Sie mit nach Hause genommen?

Claudia Roth: Es ist ein erschreckender Zustand der Welt, der sich da spiegelt. Kurz gesagt ist es eine Veranstaltung alter, weißer Männer – und alt ist jetzt nicht primär im biologischen Sinne gemeint. Es ist altes Denken.

Alt – inwieweit?

Roth: Es ging polarisierend und konfrontativ zu. Das neue, alte Blockdenken wurde sehr deutlich. Da stellt sich ein Politiker wie der ägyptische Präsident Abdel Fattah el-Sisi hin – ein Mann, der tausende Ägypterinnen und Ägypter ins Gefängnis wirft und Bürgerrechte radikal beschneidet – und präsentiert sich als toleranter und warmherziger Staatschef. Allein das ist absurd. Dass dann aber nicht mal Widerspruch, keine Rückfragen möglich waren, ärgert und entsetzt mich.

Was fanden Sie besonders bedrückend?

Roth: Die Trump-Administration in Person des US-Vizepräsidenten Mike Pence. Auch er repräsentiert eine erschreckende Dominanzkultur, nach dem Motto: »Wir sagen euch, wie ihr euch zu verhalten habt!« Das errichtet einfach Mauern, wo es Brücken bräuchte, im Denken und in der Haltung. Besonders bezeichnend war da übrigens das Ende seiner Rede, wohlgemerkt auf einer der wichtigsten multilateralen Konferenzen der Welt: »God bless the United States of America«. Gern, aber was ist mit dem Rest der Welt? – Immerhin, die Reaktion auf seine unverfrorene Rede war deutlich: Stille im Saal, auch in den Redepausen, in denen sonst applaudiert wird. Im Gegensatz zu Yang Jiech

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