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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2019
Wie christlich ist Ihre Politik?
Fragen an Annegret Kramp-Karrenbauer
Der Inhalt:

Zsuzsa Bánk: »Es muss nur still sein«

von Udo Taubitz vom 27.04.2019
Die Schriftstellerin Zsuzsa Bánk schreibt Romane über die Zumutungen des Alltags, über Schuld und Verrat. Sie fühlt sich von etwas Großem getragen – und kann überall in der Natur etwas Göttliches finden. Ein Leib-und-Seele-Gespräch
Zdzuzsa Bank: »Man darf das nicht romantisieren, meist ist Romaneschreiben wie ganz normaler, anstrengender Büroalltag« (Foto: pa/dpa/Uwe Zucchi)
Zdzuzsa Bank: »Man darf das nicht romantisieren, meist ist Romaneschreiben wie ganz normaler, anstrengender Büroalltag« (Foto: pa/dpa/Uwe Zucchi)

Publik-Forum: Frau Bánk, in Ihren Büchern geht es um Liebe und Verrat, um Schuld und Vergebung. Die ganz großen Themen. Ist man als Schriftstellerin eine moralische Instanz?

Zsuzsa Bánk: Nein. Das möchte ich nicht sein! Literatur ist im Grunde dafür da, unser eigenes Leben mit dem Leben anderer zu vergleichen. Ich beschreibe einfach Dinge, die vorstellbar sind. Ob man daraus einen Sinn oder etwas Moralisches ziehen kann, liegt bei denen, die das lesen. Darauf habe ich keinen Einfluss.

In der Öffentlichkeit breitet sich das Schrille, das Laute immer mehr aus. Sie erzählen fast traumwandlerisch, sanft, ohne Knalleffekte. Geht man mit so leisen Tönen nicht langsam unter?

Bánk: Ja. Aber Literatur ist leider so. Deswegen geht es ja der Buchbranche auch so schlecht. Literatur ist einfach keine laute Kunst. Lesen findet in der Stille statt. Und ist immer auch Arbeit.

Ihre Romanheldin Márta aus »Schlafen werden wir später« hat sich von ihrem eigenen Leben entfremdet; sie möchte am liebsten alles hinschmeißen. So geht es heute ja vielen Menschen in Deutschland. Dabei leben wir doch alle in Frieden und Wohlstand. Wie erklären Sie sich das?

Bánk: Das Leben ist doch recht anstrengend, oder? Ich kenne niemanden, der so ganz leicht durch sein Leben spaziert, weil heute alles so kommod wäre. Wir müssen Geld verdienen. Wir müssen unsere Kinder großziehen. Wir müssen unseren Alltag organisieren. Auch das Leben im gesättigten Westen ist auf seine Art sehr anstrengend.

Sie haben sich öffentlich dazu bekannt, sehr religiös zu sein. Wie sind Sie z

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