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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2019
Attacke von rechts
Wie die AfD im Osten die Kirche spaltet
Der Inhalt:

Das Leib-und-Seele-Gespräch: »Und plötzlich saß ich in der Kirche«

von Eva-Maria Lerch vom 16.08.2019
Der »Modefuzzi«, der den Glauben entdeckt: Tillmann Prüfer ist Modejournalist und schreibt über Trends und Stilfragen. Als ein Freund unerwartet stirbt, bricht sein Weltbild zusammen – und auf einmal hört er die Glocken läuten
»Irgendwie geerdet«: Tillmann Prüfer in der Thomas-Kirche in Berlin-Kreuzberg (Foto: Pramme)
»Irgendwie geerdet«: Tillmann Prüfer in der Thomas-Kirche in Berlin-Kreuzberg (Foto: Pramme)

Publik-Forum: Herr Prüfer, Sie sind Stilchef beim Zeit-Magazin und berichten über Mode, Trends und Stilfragen. Nun haben Sie plötzlich ein Buch über Ihre Suche nach dem Glauben geschrieben. Wie haben Ihre Kollegen reagiert?

Tillmann Prüfer: Meist fängt das so an: »Ich hab gehört, du bist gläubig?« Das klingt manchmal schon so, als ob ich eine obskure Krankheit hätte. Dann antworte ich: »Ja. Wie sieht es bei dir aus?« Und dann gibt es genau zwei verschiedene Reaktionen.

Welche?

Prüfer: Die einen lenken sofort ab und reden über etwas anderes. Bei den anderen eröffnen sich existenzielle Themen, Gespräche über Hoffnung, Zweifel … Wenn man nicht gerade auf so Glaubensprofis trifft, die nur ihre vorgefertigten Sätze wiederholen, sind das immer tief emotionale Auseinandersetzungen: Jede und jeder hat einen anderen Weg, andere Fragen, Erfahrungen. Ich habe noch nie ein langweiliges Gespräch über Glauben erlebt.

Nehmen Sie Ihr Umfeld jetzt anders wahr?

Prüfer: Wir denken ja alle, dass die Leute in der Modeszene oberflächlich sind. Und dass ich, der Modefuzzi, der plötzlich den Glauben für sich entdeckt hat, da völlig herausfalle. Aber so anders als ich sind die gar nicht. Nachdem ich dieses Buch geschrieben hatte, habe ich beispielsweise erfahren, dass die Chefredakteurin einer österreichischen Modezeitschrift eine Ausbildung als Sterbehelferin gemacht hat. Die Kollegen haben auch ihre spirituelle Seite, ihre Auseinandersetzung damit. Es ist nur nicht mehr normal, darüber zu reden.

Warum sind Sie eigentlich Modejournalist geworden? Was

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