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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Katharina Finke: Leben aus zwei Koffern

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 28.03.2017
Katharina Finke, 31 Jahre alt, hat seit fünf Jahren keine Wohnung und kaum Besitz. Sie reist um die Welt, arbeitet stets woanders. Wie fühlt sich das an, als Minimalistin zu leben? Ein Gespräch übers Loslassen und Festhalten
Die Weltenbummlerin Katharina Finke: 2012 löste sie ihre Wohnung in Hamburg auf, seither ist sie mit wenig Gepäck unterwegs (Foto: David Weyand)
Die Weltenbummlerin Katharina Finke: 2012 löste sie ihre Wohnung in Hamburg auf, seither ist sie mit wenig Gepäck unterwegs (Foto: David Weyand)

Publik-Forum: Frau Finke, Sie haben keine eigene Wohnung und führen seit fünf Jahren ein Leben aus dem Koffer. Wie kam es dazu?

Katharina Finke: Als ich 2012 bei Freunden in Lissabon war, blinkte auf meinem Laptop eine E-Mail meines Exfreunds auf. Er fragte, was wir mit unserer gemeinsamen Wohnung in Hamburg machen sollten. Auflösen oder die Sachen einlagern? Da habe ich mich fürs Auflösen entschieden. Denn als ich da so in Lissabon saß, habe ich gemerkt: Eigentlich brauche ich gar nicht mehr als das, was ich gerade dabeihabe. Und ich hatte immer schon Hummeln im Hintern, wollte reisen. So habe ich fast mein komplettes Hab und Gut verschenkt oder auf dem Flohmarkt verkauft. Bei Kindheitserinnerungen fiel mir das schon schwer. Am Ende saß ich mit einem Koffer und einer Reisetasche da und dachte: Wow! Das ist jetzt alles, was ich noch habe.

Mehr besitzen Sie wirklich nicht?

Finke: Einen Koffer und einen Umzugskarton mit Erinnerungsstücken habe ich noch bei meinen Eltern untergestellt. Und ein Fahrrad. Das war’s.

Jetzt jetten Sie mit Ihren beiden Koffern durch die Welt. Was bedeutet Ihnen das?

Finke: Es ist ein Gefühl von Freiheit. Ich weiß, dass ich jederzeit aufbrechen kann, meine Siebensachen habe ich ja schnell zusammen. Ich bin total routiniert im Packen und Reisen und fühle mich schnell an neuen Orten wohl. Mein eigenes Bett? Hab ich nie vermisst. In meinem Leben gibt es jetzt viel mehr Platz für Erfahrungen, Gedanken und Begegnungen: Zum Beispiel die mit der jungen Inderin Amila, die als Kind zwangsverheiratet wurde und die trotzdem eine so st

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