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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:

Die Geier warten schon

von Wolfgang Kessler vom 22.05.2020
Wegen Corona legt der Staat ein großes Investitionsprogramm auf, um Arbeitsplätze zu retten. Doch wird das Geld gerecht verteilt? Oder wird sich die soziale Spaltung verschärfen?
(Zeichnungen: Mester)
(Zeichnungen: Mester)

Ohne Zweifel hat die Bundesregierung auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise schneller und umfassender reagiert als nach der Finanzkrise. Über kleine und große Unternehmen verschiedener Branchen wurden Schutzschirme gespannt, sie erhalten staatliche Unterstützung, in Form von Krediten oder nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Dazu nimmt der Staat dreistellige Milliardenkredite auf. Um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten, plant die Regierung ein großes Investitionsprogramm, ebenfalls mit Krediten finanziert. So weit, so gut. Und doch stellen sich wichtige Fragen: Wer werden die Verlierer, wer die Gewinner der Hilfsmaßnahmen sein? Wer wird die Schulden zurückzahlen? Und wie verhindert die Politik, dass die Großen unter den Konzernen und Investoren die Kleinen fressen? Denn: Die Geier warten schon.

Gerechtigkeit nach der Krise

Es ist durchaus richtig, dass die Bundesregierung die Hilfen zunächst auf die Unternehmen konzentriert. Doch schon jetzt zeichnen sich die sozialen Folgen der Krise ab. Denn: Die Krise könnte die soziale Spaltung der vergangenen Jahrzehnte verstärken: jene zwischen Jung und Alt, zwischen Frauen und Männern, zwischen Ärmeren und Reicheren. So hängt denn der soziale Friede nach der Corona-Pandemie davon ab, ob schon heute über einen höheren Mindestlohn oder sogar über ein bedingtes Grundeinkommen (siehe Kasten), diskutiert wird, über den tarifvertraglichen Schutz der Berufe, die sich in der Krise als systemrelevant erwiesen haben: Pflegeberufe, Verkäuferinnen, Paketboten, Reinigungskräfte und viele mehr. Vor allem im Sinne der vielen weiblichen Beschäftigten wäre die sozialrechtliche Aufwertung dieser Berufe mindestens so wichtig wie tarifrechtliche Regelungen für He

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