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Hartmut Meesmann

Geschrieben habe ich schon in der Schule gerne: Satiren über Mitschüler und Lehrer, Nonsens-Gedichte, die ich im Klassenzimmer ans Schwarze Brett heftete – teils mit meinem Namen, teils unter Pseudonym, um zu sehen, ob man mich »entlarven« würde oder nicht.

Auch in der Schülerzeitschrift habe ich gelegentlich mitgearbeitet – zum Beispiel mit einer Kurzgeschichte: meiner »abendlichen Begegnung mit einer Wasserleiche« – morbide Gedanken mit schwarzem Humor vermischt. Es war eine schöne Mischung in der Zeit der Spät-Pubertät.

Journalistisch blieb ich am Ball: als Berichterstatter über Veranstaltungen der Pfarrjugend meines Heimtatortes Weißkirchen (Taunus), dann als Pressereferent des AStA während des katholischen Theologiestudiums an der Phil.-Theol. Hochschule St. Georgen in Frankfurt. Weil ich nach vier Semestern »was Praktisches machen wollte«, unterbrach ich mein Studium für ein Volontariat bei der Frankfurter Neuen Presse. Danach stand fest: Ich werde nicht Priester, sondern Journalist. Und so berichtete ich denn als freier Mitarbeiter aus Frankfurt für die Limburger Kirchenzeitung »Der Sonntag«.

Der Tod von Publik 1972, jener liberalen, von den katholischen Bischöfen herausgegebenen Wochenzeitung, war dann sozusagen mein persönlicher Glücksfall – obwohl mich die Einstellung der Zeitung damals als Abonnent sehr erbost hat. Ich half schon während des Studiums Harald Pawlowski, dem »Mann der ersten Stunde« bei Publik-Forum, bei den redaktionellen Arbeiten und beim Layout, und konnte schließlich am 1. April 1977 mit 27 Jahren – nach meinem Zivildienst – als zweiter hauptamtlicher Redakteur einsteigen: mit der Zuständigkeit für Theologie und Kirchen.

Für diese Themenbereiche bin ich auch heute wieder zuständig, nachdem ich drei Jahre beim Hessischen Rundfunk (1985–1987) gearbeitet hatte, zu Publik-Forum zurückkehrte, um 1996 dann für mehr als zehn Jahre als freier Journalist für verschiedene Zeitungen und den Hörfunk tätig zu sein: ein Abenteuer, das mich in jeder Hinsicht herausforderte und weiterbrachte.

Publik-Forum ist mein Schicksal geworden. Oder anders gesagt: Es zieht den Übeltäter halt immer wieder an die Stätte seiner Untaten zurück. Aber ich empfinde es als hoch spannende Aufgabe, die Entwicklungen in den Kirchen, in der Theologie und in den Religionen journalistisch zu begleiten, darüber zu informieren und interessante Vorgänge zu kommentieren und so – hoffentlich – zur Orientierung und Meinungsbildung der Leserinnen und Leser beizutragen. – Vielleicht steht einst auf meinem Grabstein: »Er hat so vor sich hingeschrieben – und ist dann aus der Welt geschieden.« Was soll man mehr sagen?

KURZBIOGRAFIE: Hartmut Meesmann, geboren 1950, ist Leiter des Ressorts »Kirchen/Religionen/Theologie« bei Publik-Forum. Studium der katholischen Theologie (Diplom) in Frankfurt und Tübingen; Volontariat bei der Frankfurter Neuen Presse; 1977 Erstanstellung bei Publik-Forum; später Redakteur beim Kirchenfunk des Hessischen Rundfunks sowie langjährige Tätigkeit als freier Journalist für Zeitungen, Zeitschriften und verschiedene ARD-Hörfunkredaktionen.