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Preis: 24,00 €/ 40,80 CHF
Verlag: Hirzel Verlag; 254 Seiten;
Bestell-Nr: 8142
ISBN: 978-3-7776-1634-6
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RÜDIGER VAAS, MICHAEL BLUME
Gott, Gene und Gehirn
Dieses Buch ist Buch des Monats in Publik-Forum 2/2009. Norbert Copray rezensierte wie folgt:
Wohnt Gott im Gehirn?
Die Evolution und die Entwicklung der Religiosität
Es ist Darwin-Jahr. Das Gute daran: Es kommt eine Theorie neu auf den Prüfstand, verfallenes Wissen wird erneuert, Missverständnisse werden zurechtgerückt. Das Traurige: Längst ausgefochtene Kämpfe zwischen Naturwissenschaft und Theologie werden neu angeheizt – als stünde Darwins Theorie dem christlichen Glauben entgegen. Das ist nicht der Fall. Mit Glaubensüberzeugungen von vorgestern und pseudowissenschaftlichen Thesen von einem »Intelligent Design« werden rückwärtsgewandte Debatten neu angezettelt, die nichts Neues bringen. Spannend und neuartig ist es vielmehr, die Evolutionsforschung zu befragen, was die Religiosität des Menschen aus ihrer Sicht bedeutet: Ist die Religiosität ein Selektionsvorteil? Ist sie einer bestimmten Anpassung geschuldet? Ist sie ein Nebenprodukt der biologischen Evolution oder nur das Ergebnis einer soziokulturellen Evolution? Gibt es eine Evolution der Religionen selbst?
Der Religionswissenschaftler und Neurotheologe Michael Blume und der Philosoph, Biologe und Wissenschaftsjournalist Rüdiger Vaas haben zusammen ein erstklassiges Buch zur »Evolution der Religiosität« geschrieben. In diesem Buch tragen sie alle naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Befunde zusammen, die für eine Einschätzung der menschlichen Religiosität eine Rolle spielen. Das machen sie umsichtig, verständlich und mit viel Neugier auf den aktuellen Wissensstand zum Thema: in der Anthropologie, der Evolutionstheorie, der Demografie, der Genetik, der Soziobiologie und der Kognitionspsychologie. In der Neurotheologie laufen die Erkundungen unter dem provokanten Motto zusammen: »Wohnt Gott im Gehirn?«
Was das Buch auszeichnet: Auch Debatten innerhalb der Wissensfelder werden in Beziehung zueinander gesetzt. Nach jedem Kapitel wird eine Art Fazit gezogen, in dem die Erkenntnisse und Argumente abgewogen werden. Die kritische Sichtung von Erkenntnissen und Behauptungen durch die Autoren verhilft zu fundierten Informationen. Da wird vielen pseudotheologischen und theologischen Spekulationen der Boden entzogen, die sich entweder mit überinterpretierten Teilergebnissen der Wissenschaften oder mit der Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Einsichten ihre vermeintlich religiösen Gebäude erkaufen. Aber auch die Verächter der Religion sollten angesichts des wissenschaftlichen Diskurses nichttheologischer Wissenschaften ins Grübeln kommen.
Die Autoren greifen Fragen auf wie: Was bringt dem Menschen der Glaube? Welche Art von Glauben ist hilfreich, welche weniger? Die »Biologie der Religiosität« wird ergänzt durch Fragestellungen, die in die soziale und kulturelle Evolution führen: Was ist mit »religiös unmusikalischen« Menschen – haben sie einen gesellschaftlichen Nachteil? »Macht Religion sexy?«
Am Ende versucht das Buch einen neurotheologischen Ausblick. Mit wenig harten Fakten, wie die Autoren eingestehen. Daher verbinden sie behutsames Abwägen mit Fragestellungen und Untersuchungsaufgaben für die Zukunft. Die Neurotheologie versucht herauszufinden, wie Gehirnaktivitäten und deren evolutionäre Grundlagen mit Religiosität und Spiritualität zusammenhängen. Das hat Aufregerpotenzial und liest sich spannend.
Das Buch ist über den Publik-Forum-Shop erhältlich; Best.-Nr. 8142
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