| Newsletter 3/2012 vom 10.05.2012 | |||||||||||||||||||||||||
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Tödliche Ware Start in neues Leben Gesprächskultur Katholische Reaktion Alternativprogramm und Online-Tagebuch Säuglinge schützen Neue Partei am Start Christsein Videos Selbstheilungskraft entfalten Spiritueller Impuls Sehr geehrte Damen und Herren, arabischer Frühling oder Herbst? Aufbruch oder Einbruch auf dem Katholikentag in Mannheim? Und was hat ein neues Projekt mit Pfingsten zu tun? Doch der Reihe nach. Dass der Katholikentag in Mannheim ab 16. Mai ansteht, ist vielleicht schon einigen aufgefallen. »Einen neuen Aufbruch wagen« lautet das Motto, was der Sozialethiker und Jesuitenpater Friedhelm Hengsbach für eine Lüge hält. Der angekündigte und seit Monaten hochgehängte Dialog zwischen Basis und Bischöfen finde gar nicht statt. Also gibt es ein Alternativprogramm. Unter dem Motto: »Katholikentag, rebellisch« veranstalten Publik-Forum und andere kritische Gruppen von Donnerstag bis Sonntag ein eigenes Programm zu sozialen, spirituellen, ökonomischen und ethischen Themen. Dazu kommt ein Online-Tagebuch. Mehr dazu finden Sie in diesem Newsletter. Bereits ab dieser Woche startet auf Publik-Forum.de ein Online-Tagebuch. Die erfahrene Journalistin und Redakteurin Elisabeth Zoll schreibt es aus Ägypten. Es ist selten, lebendige Tagebücher dieser Art aus einer Krisenregion auf dem Weg zur Demokratie zu erhalten und zu lesen. Wir freuen uns auch, wenn Sie andere darauf aufmerksam machen. Ägypten steht am Scheideweg. Weiterhin arabischer Frühling oder schon arabischer Herbst? Gerade schreibt Zoll: »In Ägypten brodelt es seit Langem. Doch die blutigen Ausschreitungen der zurückliegenden Tage zeugen von den immer massiver werdenden Konflikten vor der entscheidenden Wahl am 23. Mai. In wenigen Stunden schon werde ich am Tahrir-Platz stehen, an dem sich nicht nur das Schicksal des alten Mubarak-Regimes entschieden hat. Das Herz Kairos sandte Stoßwellen in den gesamten arabischen Raum. Die zornige Jugend Ägyptens lehrte Diktatoren das Fürchten. Doch was folgt auf den Zorn, der ein Regime zum Einsturz brachte? Diese Frage treibt mich um.« Hinter den Kulissen von Publik-Forum werden gerade die letzten Handgriffe gemacht, um Ihnen etwas bis dahin Einmaliges im Bereich der Spiritualität und Weltreligionen anzubieten. Sowohl die Form wie der Inhalt dürften ungewöhnlich sein. Das Projekt ist mir ein wichtiges Anliegen. Wir hoffen, damit ab nächster Woche am Start zu sein, daher werde ich mich in Kürze noch einmal bei Ihnen melden, um darüber zu berichten und Sie einzuladen. Seien Sie also gespannt. Frühling hat ohnehin viel mit Neuem, mit Aufbruch, mit Neustart und Beginn zu tun. Nicht von ungefähr feiern Christen Pfingsten im Frühling, denn die Erfahrung vom Neubeginn der Natur wird als Erfahrung von göttlichem Geist gedeutet so wie die Erfahrung von göttlicher Eingebung und Erleuchtung mit Frühling, Naturgeschehen und Neubeginn verbunden wird. Pfingsten, der 50. Tag nach Ostern, ist ein Signal, sein Leben neu und achtsam wahrzunehmen, es neu zu orientieren.
Das wünsche ich Ihnen und uns für die Pfingstzeit 2012
PS: Wussten Sie schon: Mit dem Premium-Zugang haben Sie auf alle Publik-Forum-Ausgaben bereits Mittwoch vor Erscheinen online Zugriff sowie auf 16.000 Artikel im Archiv mit komfortabler Volltextsuche. Diesen Premium-Zugang können Sie mit oder ohne bestehendes Publik-Forum-Printabonnement nutzen. Skrupelloser Waffenhandel
Wo immer auf der Welt Waffen gebraucht werden, gibt es Interessenten, Geld und Kreditgeber, die das Beliefern mit Waffen ganz leicht machen. Das gilt auch jetzt für Syrien und die oppositionelle Armee. Alles gefährden wir für uns und unsere Kinder, wenn wir die Waffenindustrie so weitermachen lassen wie bisher. Sie allein bringt uns um jede Aussicht auf Frieden, Abrüstung, auf korruptionsfreie Regierungen und auf eine ökologische Zukunft. Waffen ernähren Waffen. Aufbrechen wagenAnzeige
Gut miteinander reden hilftGute Gespräche können Wunder wirken, nicht nur im Märchen, und wir alle wissen warum. Wir nehmen uns dabei Zeit, und wir geben uns Zeit. Wir wagen einen Blick in die Augen. Wir verlieren uns nicht im Beliebigen, wiederholen nicht das tausendmal Bekannte, reden nicht aneinander vorbei. Wir stellen Vorurteile zurück und sind ganz bereit für das, was nicht das Eigene ist. Vielleicht haben wir sogar keine Angst vor einer Berührung – mit Worten. Wir erfragen uns respektvoll und erkennen uns. Ja, solche Gespräche könnten durchaus öfter geschehen, denn sie inspirieren, stärken, klären. Sie vertragen allerdings nicht den verstohlenen Blick auf das Handy nebenbei und nicht den Fernseher im Hintergrund. Und da beginnt das Problem. In Sachen Gesprächskultur verhalten wir zerstreuten Zivilisationsmenschen uns manchmal wie die Bewohner eines Entwicklungslandes. Was macht ein Gespräch gut, was zerstört es? Warum fühlen wir uns nach manchen Gesprächen leer und müde und nach anderen im Innersten beschwingt? Es sind wenige Grundhaltungen, die helfen können, dass ein Gespräch gelingt. Das neue Publik-Forum EXTRA »Lass uns reden. Leben ist Gespräch« schildert dazu Alltagserfahrungen, liefert hilfreiche Regeln und wissenschaftliche Erkenntnisse. Man muss kein therapeutischer Profi sein, um mit Freunden gute und wirklich hilfreiche Gespräche zu führen. Immer geht es darum, dem anderen im Gespräch jenen Raum zu geben, der ihn die Spuren in das Eigene finden lässt, zu sich selbst.
Rom straft Nonnen abDer Vatikan diszipliniert Amerikas Ordensschwestern. Sie seien zu politisch, zu feministisch, zu ungehorsam. Damit meint er in Wahrheit alle Frauen.
Es sind Amerikas Nonnen, die den Vatikan vergrätzen. Insbesondere ihr ungenügend gehorsamer, von der reinen Lehre abweichender Dachverband. Und dem geht es jetzt an den Kragen. Mehr dazu von Barbara Jentzsch. Katholikentag, rebellisch
»Eure Sorgen möchte ich haben! – Worum es wirklich geht«: Mit einer rebellischen Rede unter diesem Titel eröffnet Friedhelm Hengsbach, Jesuit und Sozialethiker, am Donnerstag, 17. Mai 2012, das Alternativprogramm zum Katholikentag in Mannheim. Im Ökumenischen Zentrum Johanniskirche, direkt hinter dem Hauptbahnhof, soll es drei Tage lang um die Themen, die Fragen und die Menschen gehen, die wirklich wichtig sind – und nicht um einen Katholikentag, den Hengsbach für eine Alibi-Veranstaltung hält. Ein attraktives Alternativprogramm zum Katholikentag vom 17. bis 19. Mai in Mannheim – nicht nur für Katholiken: mit Schwerpunkten zu sozialen und ethischen Fragen, zu spirituellen und humanen Themen, zu sexueller Gewalt und Sexualmoral, zu Kirchenreform und Gemeindeansätzen. Unter anderem mit Sven Giegold, Eugen Drewermann, Klaus Mertes, Hermann Häring, Britta Baas, Wolfgang Kessler, Lamya Kaddor, Wilhelm Heitmeyer, Friedhelm Hengsbach, Cornelia Coenen-Marx und Peter Hertel. Schauen Sie mal hinein – etwas Interessantes für sich werden Sie in jedem Fall finden! Außer in der Johanniskirche finden Sie Publik-Forum auf der Kirchenmeile Schillerplatz, Standnummer II-26, und Friedrichplatz, Standummer VIII-04, sowie im Foyer des Kongresszentrums Rosengarten. Wir freuen uns, Sie dort zu treffen. Und dies: Es gibt ein Online-Tagebuch zum Katholikentag. »Einen neuen Aufbruch wagen« wollen Basis und Bischöfe beim Katholikentag, was Friedhelm Hengsbach für eine Lüge hält. Der angekündigte und seit Monaten hochgehängte Dialog zwischen Basis und Bischöfen finde gar nicht statt. Denn der von den katholischen Bischöfen Deutschlands initiierte Dialogprozess sei mittlerweile »kabarettreif geworden«. Wer kritische Anfragen an die Kirchenleitung stelle, werde von dort mit Unwichtigem »zugemüllt« – und der Katholikentag demaskiere diese Strategie nicht. Fehlt dem offiziellen Programm also die Rebellion? Welche Konflikte werden unter der Decke gehalten? Und was hat die Kirche der Gesellschaft noch zu bieten – außer Tradition, Ritual und Dogma? Diesen Fragen geht die Redaktion in einem Online-Tagebuch nach, das Sie vom 16. bis 20. Mai auf Publik-Forum.de lesen können. Schauen Sie vorbei! Bei uns finden Sie die Fragen und Antworten, die Sie wirklich suchen! Für alle Fälle: Lesen Sie die nächsten sechs Ausgaben Publik-Forum zum Preis von 15 Euro. Die Ausgabe mit der Berichterstattung über den Katholikentag ist selbstverständlich darin enthalten.
Gute gemeinte Babyklappen in der Kritik
Die Hoffnung, sie könnten Leben retten, hat sich nicht erfüllt. Dafür gibt es jetzt Hunderte von Findelkindern, die nicht um ihre Herkunft wissen. Eine aktuelle Studie des Deutschen Jugendinstituts bestätigt zudem den Verdacht, dass Babyklappen häufig missbräuchlich genutzt werden: Mehrere Monate alte Kinder wurden hineingelegt, einige waren behindert. In etlichen Fällen legte jemand anderes als die Mutter sie dort hinein. Was nun? Babyklappen wieder abschaffen? Die Piraten kommenFür Hans Immanuel Herbers, Pfarrer der Lippischen Landeskirche und Mitglied der Piraten, steht die Partei für ein liberales Freiheitsverständnis. Bei den Piraten wie in der Internet-Community werde, so meint der Pfarrer, ein »Ich zum Wir«. Und zwar »nicht kollektivistisch, sondern durch das Ineinandergreifen von Ideen und Vorstellungen von Einzelnen, die sich immer wieder neu zu etwas Gemeinschaftlichem zusammentun«. Für ihn ist das eine »neue Qualität«. Christian Wolff dagegen, evangelischer Pfarrer an der Leipziger Thomaskirche, wirft den Piraten »Politikverweigerung« und »politische Unbedarftheit« vor, weil sie zu vielen Fragen noch keine Position gefunden haben (siehe Publik-Forum 9/2012, am 4.5.2012 erschienen). Ihr Auftreten sei Folge eines zunehmend individualisierten Lebensstils. Wie ist Ihre Meinung zu den deutschen Piraten? Nehmen Sie teil an unserer Umfrage. Das Ergebnis der Umfrage wird in der nächsten Ausgabe von Publik-Forum am 18.5.2012 veröffentlicht. Wie einfach und einleuchtendJesu Anliegen verstauben in Dogmen und Glaubensformeln. Sie verschwinden hinter komplexen Wortgirlanden und theologischen Gebäuden. Das schreckt viele ab und erschwert, sich im christlichen Glauben beheimatet zu fühlen oder sich ihm überhaupt zu nähern. Herbert Koch befreit Jesu Anliegen und Botschaft aus den Kirchenmauern. Er zeigt, wie einfach der Glaube sein kann und wie einfach es ist zu glauben. Jesu Botschaft und Leben waren einfach und schlicht. Und so kann auch der christliche Glaube sein. Für alle verständlich. Für alle lebendig.
Thomas Jorberg, Gabriele Fischer, LobbyControlDer Deutsche Fairness Preis 2011 ging an Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS-Bank. Das Video zeigt die Begründung der Preisverleihung durch Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck und die Übergabe der Preismedaille an den Preisträger. Weitere Videos zur Verleihung des Fairness-Initiativpreises 2011 an LobbyControl, die Laudatio von Gabriele Fischer, Chefredakteurin von brand eins, sowie die Dankesrede von Thomas Jorberg finden Sie im Kanal der Fairness-Stiftung auf YouTube; Berichte zu den Preisverleihungen auf der Homepage der Fairness-Stiftung. Von guten und schwierigen GefühlenIntelligenz wird immer noch oft mit Denken identifiziert. Doch ohne emotionale Intelligenz ist alles nichts. Der denk-, sprach-, kommunikations- und kreativfähige Mensch wäre ein Mensch ohne Herz, ohne Mitgefühl, ohne die Fähigkeit, die Inhalte seiner Intelligenzen zu wägen, zu bewerten und human zu gestalten. Es gibt etliche Bücher zur emotionalen Intelligenz. Hier ist ein neues Buch, das heraussticht. Den Kern unserer emotionalen Gesundheit sieht die kanadische Psychotherapeutin und Autorin Janice Berger darin, »das gesamte Spektrum der menschlichen Emotionen voll und ganz zu erleben«. Je besser wir das können, desto näher sind wir uns selbst, können authentisch sein und wissen, wer wir sind. Das ist die Plattform dafür, sich mehr zu trauen, selbst zu sein und damit »emotionale Fitness« zu erreichen. Tief und aufrichtig zu fühlen »ist der Schlüssel zu einem Leben im Moment und zu mehr Lebendigkeit«. Da wir in unserem Leben vielfach dazu gebracht wurden, Gefühle zu leugnen, zu verstecken, mit Ersatzgefühlen zu überschreiben, auf andere zu projizieren, und dabei sogar unsere kognitiven Fähigkeiten gegen unser Gefühlsleben einsetzen, entsteht in uns ungelebtes Leben. Und wir übertragen das mitunter auf unsere Kinder, arbeiten uns an unserem sozialen Umfeld ab. Doch wir können alle lernen, Zugang zu unserer emotionalen Selbstheilungskraft zu finden und ein gesünderes Leben zu führen. Ein Weg zur Ganzheit; kein Weg zur Perfektion.
Tiefe
Wenn ihr erkannt habt, Paul Tillich Holen Sie sich Ihren täglichen geistvollen Impuls auf www.spiritletter.de; kostenlos!
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| Redaktionsschluss: 10.5.2012 | |||||||||||||||||||||||||
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