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Freiheit, die ich meine
Sternstunden der Menschheit sind rar. In der deutschen Geschichte zumal. Grund genug, an die Friedliche Revolution vor 20 Jahren zu erinnern und nach ihrer Bedeutung heute zu fragen. Wir tun das mit diesem Dossier. »Wir sind das Volk« und »Keine Gewalt«, haben im Herbst 1989 die Menschen auf den Straßen skandiert. Es war mit Ausnahmen immer montags, aber in jedem Fall nach der Arbeit. Und es waren dunkle Oktoberabende. Wie gut, dass die Menschen da Kerzen mit sich führten. Denn sie kamen zum größten Teil aus den Kirchen, wo ihnen der Mut der Gewaltlosigkeit zugesprochen worden war.

Wo vor allem aber in den Jahren zuvor eine Friedensethik entwickelt worden war, die ein in der deutschen Geschichte bislang einmaliges Ereignis vorbereitet hatte: 200 Jahre nach der Französischen Revolution, bei der es bekanntlich an Blut und Gewalt nicht gemangelt hatte, fand in Deutschland eine Friedliche Revolution statt. Ihre zentralen Forderungen: Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, freie Wahlen und Reisefreiheit. Natürlich waren da auch noch wichtige politische Faktoren, die den Rückenwind gegeben hatten: die Entspannungspolitik der Bundesregierung etwa wie auch die Politik von Glasnost und Perestroika Gorbatschows. Oder die vielen Flüchtlinge, die die DDR verließen. Sie haben denen, die da blieben, gute Argumente für ihr Engagement gegeben: Jetzt erst recht!

Doch was heißt das für heute, in unserer Zeit? Welche Botschaft geben die Ereignisse von 1989 an die junge wie auch kommende Generation weiter? Wohl vor allem die: »Steh auf, misch Dich ein. Du kannst bestehende Verhältnisse ein Stück friedlicher und gerechter machen.« Inwiefern, auch darauf gibt unser Dossier, in dem neben anderen Michail Gorbatschow, Christian Führer, Friedrich Schorlemmer, aber auch junge Menschen, die genau vor 20 Jahren geboren wurden, zu Wort kommen, eine Antwort. Denn vor allem gilt: die Friedliche Revolution hat sich längst nicht erledigt.

 

 


 
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