Norbert CoprayDr. Norbert Copray studierte Philosophie, Theologie, Sozialwissenschaften und Psychologie in Tübingen und in Frankfurt am Main (Phil.-theol. Hochschule St. Georgen und Johann Wolfgang Goethe-Universität). Bachelor und Diplom in Theologie, Magister in Philosophie, Promotion in Religionswissenschaften. Diverse Zusatzausbildungen, u.a. in Psychotherapie und Meditation. Durch den Start von Publik-Forum 1972 in St. Georgen der Redaktion von Anfang verbunden und für die Zeitung engagiert, seit 1977 bei Publik-Forum als freier Journalist verantwortlich für Buchrezensionen und Buchmarktanalysen. Mitglied der LIP. Tätigkeit u. a. als Therapeut (1984-1999), Journalist (u. a. im Hessischen Rundfunk 1978-1992, Börsenblatt des dt. Buchhandels, psychologie heute, Familienunternehmen aktuell), Supervisor, Organisationsentwickler, Akademieleiter (1982-2000). 1995 bis 2003 Chefredakteur des »EthikLetter«, 2003 bis 2006 von »Chefposition«. Seit 1977 freier Berater und Coach von Führungskräften; seit 1981 Leiter des Netzwerkes ctc personal improvement; seit 2000 geschäftsführender Direktor der Fairness-Stiftung. Zahlreiche Bücher (zuletzt: »EthikJahrbuch«), Artikel, Vorträge und Seminare.
Joachim Garstecki
Nach katholischem Theologiestudium in Erfurt und anschließender Tätigkeit im Jugendseelsorgeamt Magdeburg arbeitete ich ab 1971 als Referent für Friedensfragen in der Theologischen Studienabteilung beim Bund der Evangelischen Kirchen in Ostberlin. Heinz Missalla machte mich mit Publik-Forum bekannt. Die Zeitung war in der DDR praktisch unerreichbar. Es bedurfte mancher Umwege und einer kleinen Portion Glück, um Nachrichten oder Texte aus der kirchlichen Friedensbewegung, aus dem Aktionskreis Halle (AKH) oder von kritischen Geistern aus der DDR bis in die Redaktionsstuben von Publik-Forum nach Oberursel zu lancieren. Der Rest war Vertrauen. Die kirchenpolitische Aufregung Ost über so entstandene »West-Öffentlichkeit« folgte prompt, meistens war sie schneller da als die Kopie der Veröffentlichung, auf die sie sich bezog.
Wir kamen uns näher, als die Leute von Publik-Forum nach der Wende in Berlin auftauchten und Ausschau hielten, was mit wem für die Zeitung in den neuen Bundesländern zu machen war. Eine »Ost-Ausgabe« von Publik-Forum wurde diskutiert und wieder verworfen. Fast über Nacht war ich plötzlich Mitherausgeber. Nachdem ich im Sommer 1990 zum Generalsekretär der deutschen Sektion von Pax Christi gewählt worden war, folgte im Januar 1991 der Szenenwechsel: von Berlin nach Bad Vilbel, aus der protestantisch geprägten Friedensszene der DDR in die katholische Pax Christi der »BRD«. Und plötzlich war Publik-Forum ganz normal erreichbar, buchstäblich um die Ecke. Jetzt bin ich der einzige ursprüngliche Ost-Mensch im Herausgeberkreis, aber ohne lebendigen Bezug zur Alltagsrealität der neuen Länder.
Mitherausgeber von Publik-Forum sein – mir kommt es darauf an, mit Abstand auf das Produkt zu schauen, was Redakteure so nie können, und gerade dadurch mehr die Gesamtlinie im Blick zu haben. Diese externe Perspektive halte ich für die Zeitung für wichtig. Außerdem ist es spannend, wenn redaktionelle Argumente und manchmal ganz andere Gesichtspunkte aus dem Herausgeberkreis aufeinander treffen.
Mittlerweile bin ich geschäftsführender Studienleiter der Stiftung Adam von Trott in Bebra-Imshausen.
Johanna Haberer
Prof. Johanna Haberer, geboren 1956 in München, leitet seit 2001 die Abteilung für Christliche Publizistik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit dem Wintersemester 2003/2004 ist sie Universitätspredigerin - als erste Frau in diesem Amt. Nach Studium der Theologie, Germanistik und Theaterwissenschaft an den Universitäten in Erlangen und München absolvierte Johanna Haberer zunächst eine journalistische Ausbildung bei der Christlichen Medienakademie.
Von 1982 bis 1983 war sie als Pfarrerin im oberbayerischen Schongau tätig, bevor sie für ein Jahr kommissarische Rundfunk- und Fernsehbeauftragte der Bayerischen Landeskirche beim Bayerischen Rundfunk wurde. Zwischen 1985 und 1989 war sie Referentin für lokalen und regionalen Hörfunk im Evangelischen Presseverband für Bayern und leitete den Aufbau der Evangelischen Funkagentur (efa) in München. Sie arbeitete für das »Sonntagsblatt - Evangelische Wochenzeitung für Bayern« - zunächst als Redakteurin, von 1994 bis 1997 als Chefredakteurin. 1996 übernahm Johanna Haberer die Redaktionsleitung des Evangelischen Fernsehens (efs), zwischen 1997 bis 2001 war sie Rundfunkbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seit 1996 ist sie Rundfunkpredigerin im Bayerischen Rundfunk und spricht das Wort zum Sonntag in der ARD.
Ruth Misselwitz
Seit 1981 Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Pankow, Berlin.
Harald PawlowskiHarald Pawlowski ist Gründungsredakteur und Ehrenherausgeber von Publik-Forum.
Ein Lebenslauf ist eine Verkettung von Erlebnissen, Begegnungen, Umständen und Entscheidungen. Wie kam es dazu, dass ich im Jahre 1972 bereit und willens war, Publik-Forum redaktionell zu verantworten und zusammen mit der Leserinitiative Publik e. V. den überaus arbeitsreichen »Weg von unten« zu gehen? Seitdem ist mehr als ein Vierteljahrhundert ins Land gegangen. Aus meiner jahrelangen Nebenerwerbsstelle Publik-Forum entwickelte sich bis heute eine achtköpfige Redaktion; auf zwei bis sechs ehrenamtliche Engagements von damals kommen heute 20 hauptamtliche Stellen. Der Seitenumfang von Publik-Forum stieg von acht Seiten auf oft mehr als 64 Seiten heute. Aus 6000 Erstlesern wurden 40.00 Jetzt-Bezieher mit einem Leseradius von insgesamt etwa 100.000 Leserinnen und Lesern.
Ich entschied mich 1972 für Publik-Forum, weil die katholischen Bischöfe der von ihnen selbst gegründeten großen Wochenzeitung Publik nach drei Jahren Existenz den Geldhahn abdrehten. Die Publik-Redakteure hatten das Wort von der Freiheit in der Kirche zu ernst genommen. Der Leserinitiative und mir ging es darum, eine freimütige, unabhängige christliche Stimme zu erheben.
Weshalb aber war ich von Bonn nach Frankfurt zu Publik gegangen? Ebendarum – um die von den Bischöfen unter dem Eindruck des II. Vatikanischen Konzils noch mutig gebotene Chance zur publizistischen Demonstration innerkirchlicher, dialogischer Freiheit zu nutzen. In Bonn hatte ich drei Jahre lang den so genannten »roten Dienst« der KNA redigiert. Ich befand mich damals an der politischen Schaltstelle zur Großen Koali-tion von CDU/CSU und SPD. Ein Bischof, der mich sehr gut kannte, hatte mich dorthin vermittelt. Sein Gewissen hatte ihm keine Ruhe gelassen. Denn er war es gewesen, dem ich, ein Hamburger, den Beginn meiner publizistischen Laufbahn im Nachrichtenmagazin Der Spiegel in Hamburg verdankte. Jedenfalls indirekt. Denn er hatte es »verschuldet«, dass ich dem »Teufel Spiegel« meine Dienste anbot, nachdem er mich auf Drängen der Hamburger CDU wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen hatte. Meine allzu konkreten politischen Aktivitäten als hauptamtlicher Bildungsfachmann des BDKJ in Hamburg hatten die dortige CDU in eine Krise gebracht. Die befürchtete einen Kurswechsel nach links. Mit Recht.
Im Spiegel war ich drei Jahre lang tätig. Das Nachrichtenmagazin war für mich eine (zweite) Fluchtburg vor den Nachstellungen der Hamburger CDU. Die erste Fluchtburg war der BDKJ, die Jugendzentrale in Düsseldorf, für die ich in Hamburg drei Jahre lang arbeitete.
Der Hamburger Partei war ich überaus gefährlich. Dem damaligen Bundesvorsitzenden der CDA, Hans Katzer, war es nach vielen vergeblichen Versuchen gelungen, mich 1953 für den Posten des Landessozialsekretärs der CDA in Hamburg zu gewinnen. Katzer hielt mich für diese Aufgabe, die ich sechs Jahre lang ausfüllte, für prädestiniert: Ich war damals Leiter der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) in Hamburg (ehrenamtlich), dort BILD-bekannt als »Arbeiterlümmel«; fünf Jahre lang war ich als Baufacharbeiter auf dem Bau tätig, dabei und danach hatte ich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften studiert.
Spiritualität, Dynamik und Arbeitsweise der CAJ der damaligen Zeit haben mich bis heute tief geprägt. 1948 war für mich ein geistiger Umbruch, denn noch bis Kriegsende war ich, damals 15-jährig, ein organisierter »Hitlerjunge«.
Mein Lebenslauf hatte und hat eine überaus wichtige Begleitung: meine Frau Hildegard. Ohne sie wäre mein Lebensweg völlig anders verlaufen. Es wäre so nicht »gegangen«.

PUBLIK-FORUM EXTRA