Papst Benedikt und seine Pius-Brüder im Geiste
Mit der Aufhebung der Exkommunikation von vier “Bischöfen” der traditionalistischen “Priesterbruderschaft St. Pius X.” (FSSPX) durch Papst Benedikt XVI. hat sich der Vatikan ein kaum vorstellbares PR-Desaster eingebrockt. “Empörung” und “Entsetzen” löste der päpstliche Gnadenerweis in den Medien, bei katholischen Theologen und Laienverbänden, Kirchenreformern, ökumenischen Gesprächspartnern und nicht zuletzt bei jüdischen Organisationen aus – vor allem, weil sich unter den vier rehabilitierten Anhängern des verstorbenen Erzbischofs Marcel Lefebvre die unappetitliche Gestalt des notorischen Holocaust-Leugners Richard Williamson befindet.
Dieser hatte Ende letzten Jahres – offenbar bei einem Besuch im Priesterseminar Zaitzkofen bei Regensburg – einem schwedischen Fernsehsender ein Interview gegeben, in dem er den Massenmord am europäischen Judentum in den Gaskammern der nationalsozialistischen Vernichtungslager bestritt. Für Williamson sind solche Äußerungen weder neu, noch ungewöhnlich, schließlich bezieht er seine “Erkenntnisse” u.a. aus der antisemitischen Hetzschrift “Protokolle der Weisen von Zion” oder den “Germania-Rundbriefen” des 2007 in Mannheim wegen “Volksverhetzung in 14 Fällen” verurteilten “Revisionisten” Ernst Zündel aus Kanada. Sein eigener Blog “Dinoscopus” spricht Bände …
Zwar distanzieren sich inzwischen auch die Pius-Brüder von den wirren Ansichten Williamsons, dieser selbst äußerte in einem Brief an den Papst sein “ernstes Bedauern”, dass er dem Heiligen Vater “unnötigerweise Leid und Probleme verursacht” habe, seine Äußerungen hält er jedoch weiterhin nicht für falsch, sondern für “unbedacht”. Die Nähe der traditionalistischen Bewegung zum rechtsextremen Milieu in Frankreich ist allerdings seit Jahrzehnten bekannt, Erzbischof Lefebvre äußerte immer wieder Sympathien für rechte Diktatoren wie Franco, Salazar, Videla und Pinochet sowie für Front-National-Chef Le Pen.
Die Rehabilitierung der erzreaktionären Geistlichen durch Papst Benedikt XVI. wird im Kommentar von Radio Vatikan lediglich als “fatal” und “unprofessionell”, vom Hamburger Weihbischof Jaschke als “Lapsus”, “Betriebsunfall” oder “kirchliche Schlamperei” verharmlost; tatsächlich sind sich Ratzinger, der als Präfekt der Glaubenskongregation jahrelang mit Erzbischof Lefebvre verhandelte, und die Pius-Brüder aber wohl näher, als die meisten Katholiken das wahrhaben wollen. Einige Aspekte des Vorgangs werfen nämlich Fragen auf:
Nach den kirchenrechtlich illegalen Bischofsweihen vom 30. Juni 1988 wurde die Päpstliche Kommission “Ecclesia Dei” einzig zu dem Zweck eingerichtet, die abtrünnigen Traditionalisten in langjährigen Verhandlungen zurückzugewinnen. Der Präsident eben dieser Kommission, der 79jährige Kardinal Darío Castrillón Hoyos, behauptet nun dreist:
“Schauen Sie, wir waren im Dialog mit den Autoritäten der Bruderschaft Pius X. Wir haben immer mit Msgr. Fellay gesprochen, dem Generaloberen. Und bis zum letzten Moment dieses Dialoges haben wir absolut nichts von diesem Williamson gewußt, nie ist darüber gesprochen worden, und ich glaube wirklich, daß niemand davon wußte”.
Kaum zu glauben, zumal von italienischen Journalisten kolportiert wird, es habe einen Wutanfall von Kardinal Giovanni Battista Re gegeben, der als Präfekt der Bischofskongregation am 21. Januar 2009 das Dekret unterzeichnet hatte, mit dem die Exkommunikation der Lefebvre-Bischöfe aufgehoben worden war: Kardinal Hoyos
habe die Angelegenheit viel zu schnell betrieben – und vor allem den Papst nicht gründlich genug über die Person Williamsons und ihre Ansichten informiert. Und das nur, so wird Re zitiert, weil Castrillòn bald achtzig Jahre alt werde und die Aufhebung der Exkommunikationen noch vor seinem altersbedingten Rücktritt abschließen wollte.
Die groteske Vorstellung, die Weltkirche werde quasi von eifersüchtigen Insassen eines vatikanischen Altenheims geleitet, mag sich dem Kabarett aufdrängen. Tatsächlich ist es aber wohl eher die inhaltliche Nähe, die den 81jährigen Papst Benedikt XVI. motivierte, “bewegt von väterlichen Empfindungen angesichts der von den Betroffenen bekundeten geistlichen Notlage” einen “Akt väterlicher Sensibilität zu setzen”, der vom rehabilitierten Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Msgr. Bernard Fellay, passenderweise mit “kindlicher Dankbarkeit” begrüßt wurde, schließlich geht es endlich zurück in den “Schoß von Mutter Kirche”. Und daher gelte es, “die gegenseitigen vertrauensvollen Beziehungen (zu) stärken und die Kontakte zwischen der Bruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl (zu) festigen”, so Kardinal Giovanni Battista Re im Dekret der Bischofskongregation vom 21. Januar 2009, in der “das damals erlassene Dekret ab dem heutigen Datum für juristisch wirkungslos” erklärt wird.
Der bereits 1976 von Papst Paul VI. suspendierte Erzbischof Lefebvre hatte sich mitsamt den von ihm am 30. Juni 1988 zu “Bischöfen” geweihten Priestern der FSSPX die “Tatstrafe der Exkommunikation” (excommunicatio latae sententiae) zugezogen, weil die Bischofsweihe ohne Erlaubnis von Papst Johannes Paul II. erfolgte. Wohlgemerkt: schon damals wurden nicht die inhaltlich oft haarsträubenden Positionen der Piusbrüder verurteilt, sondern lediglich die Straftat des Ungehorsams gegen den Papst, daraus folgend das “Schisma”, kirchenrechtlich festgestellt, gemäß can. 1382, CIC 1983:
Ein Bischof, der jemanden ohne päpstlichen Auftrag zum Bischof weiht, und ebenso, wer von ihm die Weihe empfängt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu.
Nach dem Kirchenrecht bleibt eine Exkommunikation solange bestehen, bis die Ursache beseitigt ist oder der Betroffene sein Vergehen wieder gut gemacht hat. Es gibt allerdings bis heute keine Äußerung seitens der Priesterbruderschaft St. Pius X., in der die Bischofsweihen von 1988 als illegal bezeichnet oder bereut werden. Auf der Website der FSSPX jubelt man statt dessen, “das ungerechte Exkommunikationsdekret wurde nach 20 Jahren endlich zurückgenommen!” Der Generalobere Bernard Fellay weist darauf hin:
Diese Exkommunikation haben wir stets bestritten. (…) Danken wir jetzt der Allerseligsten Jungfrau Maria, die dem Heiligen Vater diese einseitige, wohlwollende und mutige Tat eingegeben hat.
Der Vatikan hat auch keinerlei “Vorleistungen” in Bezug auf die Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils verlangt. Dabei wäre die Frage nach der “Alten Messe” nach tridentinischem Ritus inzwischen auch kein Problem mehr, Papst Benedikt XVI. ist mit seinem Motu Proprio “Summorum Pontificum” den Forderungen der Traditionalisten in dieser liturgischen Frage weit entgegen gekommen. Welcher Geist in der Priesterbruderschaft St. Pius X. aber wirklich herrscht, ist auf ihrer Website nachzulesen, u.a. über die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils:
Das Ergebnis war ein Konglomerat von Texten, die teils rechtgläubig, teils mehrdeutig, teils aber auch von Irrtümern durchsetzt sind. In einer bewußt unklar und ungenau gehaltenen Sprache formuliert, sind sie insgesamt von einem liberalen Geist durchdrungen. Derselbe Geist zeigte sich deutlich in den nachkonziliaren Reformen und Richtlinien, die teilweise noch weit über die Texte des Konzils hinausgingen. Die Priesterbruderschaft lehnt es daher ab, das Konzil und seine Reformen anzunehmen, weil sie von jenem liberalen Geist geprägt sind, der nicht der Geist der Kirche ist. (…) Der liberale Geist zeigt sich insbesondere in der Öffnung zur Welt, dem “Aggiornamento”, den Lehren vom Ökumenismus und von der Religionsfreiheit. Diese widersprechen ganz und gar dem Geist des Evangeliums und den Lehren, die die Kirche bis dahin vertreten hat.
Ausgerechnet an dem Tag, an dem sich die Ankündigung des Zweiten Vatikanums durch Papst Johannes XXIII. zum 50. Mal jährt, geht der Papst mit offenen Armen auf eine Gruppe zu, die seit Jahrzehnten eben dieses Konzil diffamiert! Den meisten deutschen Oberhirten wie dem Freiburger Erzbischof Zollitsch oder dem Aachener Bischof Mussinghoff ist der Vorgang sichtlich peinlich; mit deutlichen Worten distanzieren sie sich von Williamson, betonen aber, die Rücknahme der Exkommunikation habe nichts mit einer Rehabilitierung eines Holocaust-Leugners zu tun, außerdem seien die Pius-Brüder auf die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils zu verpflichten. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, hat hingegen in wünschenswerter Klarheit festgestellt:
Wir haben immer gewusst: Zwischen der fortdauernden Ablehnung der Ergebnisse des II. Vatikanischen Konzils durch die Traditionalisten und ihrer tief reaktionären und freiheitsfeindlichen Haltung besteht ein enger Zusammenhang. Dass jemand von ihnen nun auch die Verbrechen der Shoah leugnet, kann darum nicht ernsthaft überraschen. Leute wie diese sind eine schwere Belastung für die Kirche.
Inzwischen formiert sich in eben dieser Kirche breiter Widerstand. In einer Petition “Für die uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils” heißt es:
Bei allem Respekt vor dem Bemühen des Papstes um die Einheit der Kirche erscheint es uns besonders empörend, dass das erneute Zugehen des Vatikans auf die schismatische Traditionalistenbewegung offenbar ohne jede Vorbedingung erfolgt ist. Noch im Juni 2008, zum 20. Jahrestag der Exkommunikation Lefebvres, wies die Priesterbruderschaft eine Aufforderung des Heiligen Stuhls zur theologischen und kirchenpolitischen Aussöhnung ab und kam der Aufforderung Roms nicht nach, eine Fünf-Punkte-Erklärung mit Bedingungen für eine mögliche Wiedereingliederung in die römische Kirche zu unterzeichnen. (…) Solange der Vatikan nur um die Rückkehr der “verlorenen Schafe” am traditionalistischen Kirchenrand bemüht ist, nicht aber auch andere Exkommunikationen aufhebt, Lehrbeanstandungsverfahren reformorientierter Theologinnen und Theologen überprüft sowie nicht zum internationalen Dialog mit Reformkreisen bereit ist, hat das römisch-katholische Kirchenschiff schwere Schlagseite.
———
Thomas Wystrach ist Referent der Leserinitiative Publik e.V.















![[feed link]](/wp-content/plugins/google-news-widget/rss-cube.gif)
Mal abgesehen von der schlechten PR – könnte es nicht sein, das der Papst einen Weg sieht, die “Traditionalisten” auf Kurs (also Vat. II etc) zu bringen? Benedikt hat es doch nicht nötig, die Pius-Bruderschaft aufzunehmen, nur weil er dann wieder eine Gruppe mehr im Boot hat, die “streng-fromm” auf Seiten der katholischen Kirche stehen (so der Verdacht im Publik-Forum Kommentar von Britta Baas, Ausgabe 2/2009: “Dass [die Bruderschaft] ein Problem sind – und eines bleiben –, kann Benedikt XVI. ganz offensichtlich einfach nicht denken.”)
Für so naiv halte ich den Papst nicht. Wobei es auch schlechte PR gab, wie die Kirche mit Hans Küng und Eugen Drewermann umgegangen ist – auch da hatte Ratzinger die Finger im Spiel, wobei dieser Fall jetzt wohl bei vielen auch nicht-liberalen Katholiken Empörung hervorruft. Aber es wird sich zeigen, ob Benedikt der Pius-Bruderschaft die Anerkennung von Vat. II abringen kann oder es zumindest versucht. Bisher ging ich immer davon aus, dass dies das Kalkül ist, welches hinter der Ex-Exkommunikation steckt.
Kommentar by MudiFrank — 1. Februar 2009 @ 17:26
Zweites Vaticanum, Erklärung “Dignitatis humanae” (Über die Religionsfreiheit), Nr. 1:
Es gibt sehr viel mehr (und sehr viel einflussreichere) Gegner des letzten Konzils als bloß die Piusbrüder. Und weder die rechten noch die linken Konzilsgegner haben ein Heimatrecht in der katholischen Kirche!
Kommentar by Johannes Ripalda — 1. Februar 2009 @ 22:36
@ Johannes Ripalda: Wer von seiner Religion überzeugt ist, hält diese auch für “wahr”, bisweilen sogar für die “einzige wahre”, das sei ihm unbenommen. Entscheidend in der Frage der Religionsfreiheit ist aber wohl, dass das Zweite Vatikanische Konzil in “Dignitatis humanae” ausdrücklich festhält:
Schon als Kardinal wehrte sich Ratzinger gegen eine “Hermeneutik des Bruchs” bei der Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils, für ihn – wie auch für die Piusbrüder – kann die Kirche dank der Unfehlbarkeit in solchen Glaubensfragen nämlich nicht irren. Daher ist in diesem (beiden gemeinsamen!) Kirchenbild auch keine Korrektur oder gar eine Abkehr von bisherigen Auffassungen nötig/möglich.
Im Unterschied zu Ratzinger sieht die FSSPX nun jedoch – wie ich finde, zu Recht! – einen “Bruch mit der Tradition” in den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils, dessen “liberaler Geist” zeige sich
Und konkret zu “Dignitatis Humanae” meinen die Pius-Brüder auf ihrer Website:
Nun halte ich – wie wohl die meisten Katholiken – die von Lefebvre und Gefolge diffamierten Beschlüsse gerade für die “Errungenschaften des Konzils”, einig ist man sich aber wohl in beiden “Lagern”, dass “Dignitatis humanae” früheren kirchlichen Aussagen eklatant widerspricht, wie sie z.B. Papst Gregor XVI. 1832 in “Mirari vos” äußerte:
Auch sein Nachfolger Papst Pius IX. verdammte auf der “glorreichen Fährte Unserer Vorgänger” im Jahre 1864 “die hauptsächlichsten Irrtümer unseres höchst betrüblichen Zeitalters” in seiner Enzyklika “Quanta Cura”:
Kommentar by Thomas Wystrach — 1. Februar 2009 @ 23:05
“Im Unterschied zu Ratzinger sieht die FSSPX nun jedoch – wie ich finde, zu Recht! – einen “Bruch mit der Tradition” in den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils.” Danke für die Offenheit. Die Extreme berühren sich.
Kommentar by Johannes Ripalda — 2. Februar 2009 @ 17:09
Den Beitrag von Thomas Wystrach finde ich ausgezeichnet, außerdem ist er gut recherchiert.
Die Lefebvre-Bischöfe müssen sicher als suspendiert gelten, insofern sind sie für die offizielle Kirche gewöhnliche Zeitgenossen (keine Bischöfe!), um deren privates „Seelenheil“ Herr Benedikt sich Sorgen gemacht hat. Kandidaten für das Bischofsamt werden meist penibel und monatelang geprüft. Da zeigt sich jedoch ein deutlicher Zwiespalt. Die Prüfung bezieht sich offenbar vorwiegend auf doktrinäre und sexuelle Fragen: für die „Jungfräulichkeit“ Mariens, gegen Empfängnisverhütung, Homosexualität usw. Die menschliche Eignung und Abwendung vom politischen Fanatismus ist zweitrangig.
Kommentar by Carl-Peter Klusmann — 2. Februar 2009 @ 17:44
Zum Thema “Hermeneutik der Kontinuität” vs. “Hermeneutik des Bruchs” bzgl. Vat. II hier eine interessante Kommentierung des Dogmatikers Manfred Hauke: http://kath.net/detail.php?id=12760
Kommentar by MudiFrank — 2. Februar 2009 @ 18:07
Papst Benedikt XVI. agiert als Dogmatiker, stellt seine eigene Wahrheit über alles. Nur das es seine Wahrheit ist und nicht die allgemein-gültige Wahrheit. Er macht aus der Lehre der katholischen Kirche eine Sektenlehre. Und einer Sekte möchte ich persönlich nicht mehr angehören. Damit wird er die Kirche spalten, viele Befreiungstheologen und Theologen, die etwas verändern wollten, hat der heutige Papst auf dem Gewissen. Der Papst muss eine schreckliche Angst um seine Kirche haben, und ängstliche Menschen begehen viele Fehler.
Kommentar by Heinz Pütter — 3. Februar 2009 @ 10:05
Is wirklich nicht so gut gelaufen, für den Benny. Aber er wird schon seine Gründe haben, auch wenn nicht konform zur Massenmeinung ist. Aber wann haben Katholiken und die Masse schon die gleiche Meinung.
Kommentar by Lenny — 3. Februar 2009 @ 10:49
In der ganzen Auseinandersetzung mit den Pius-Brüdern und den offenen Armen vatikanischer Kreise für die Erzkonservativen aller Länder und Diözesen soll man aber auch ein positives Zeichen nicht übersehen: in Deutschland funktionieren die ‘antinazistischen Antennen’ immer noch erfreulich gut. Dass sich auch wichtige Repräsentanten des offiziellen Katholizismus so klar und deutlich gegen jeden ‘Geschichtsrevisionismus’ in Bezug auf die Nazi-Zeit geäußert haben, ist doch auch ein kleines Zeichen der Ermutigung in finsteren Zeiten!
Kommentar by Carl Wilhelm Macke — 4. Februar 2009 @ 17:54
… und hier das Fundstück der Woche:
Das Gebetsanliegen des Papstes für den Februar 2009:
Quelle: http://www.triff-den-papst.de
Kommentar by Thomas Wystrach — 4. Februar 2009 @ 19:10
Die Diskussion und Aufregung um den Papst, Herrn Josef Ratzinger, so nachvollziehbar und berechtigt sie auch sein mag, geht am Kern vorbei. Mir scheint, dass Herr Ratzinger vielen Menschen einen großen Dienst erwiesen hat. Einen Dienst in der Form, dass eine (mir unbekannte Zahl) von Menschen wach geworden ist und Erkenntnisse daraus zieht.
Die wohl wichtigste Frage wird gestellt: Was ist der Papst? Was ist das Papsttum? Und damit auch: Was ist die römisch-katholische Kirche? Wer sich die Geschichte um das Papstum vorbehaltlos anschaut, wird eine Antwort finden. Von der “heiligen” Inquisition, d. h. Quälen, Foltern, Verbrennen im Namen Gottes, bis zu den Geschehnissen jüngster Vergangenheit. Handelt so wirklich ein Stellvertreter Gottes?
Nun ja, zumindest hat Papst Benedikt XVI., Josef Ratzinger, wenn ich es richtig gelesen habe, schon mal die “Vorhölle” abgeschafft, d. h.die ungetauften Kinder werden nun nicht mehr im “Fegefeuer” zwischengelagert. Ist doch auch etwas.
Kommentar by Hadig — 4. Februar 2009 @ 22:56
Konservativer geht es nicht mehr. Der eingeschlagene konservative Kurs wird scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste fortgesetzt. Vorhandene Aussagen der Pius-Brüderschaft scheinen in Südeuropa mitten in Rom nicht anzukommen. Mehr Schaden kann nicht angerichtet werden. Das Fördern des Glaubens innerhalb von uns Gläubigen und von noch aktiven Gläubigen wird und ist einmal mehr als enttäuscht worden.
Werden wir nach Außen richtig vertreten und, ich stelle die Frage erneut, ist das Papstamt nicht doch mit einer Altersgrenze zu versehen? Weisheit kommt auch davon sich rechtzeitig zurückzuziehen und vertrauensvoll das “Geschäft” in junge Hände legen zu können.
Schade, der sehr große Vertrauensbruch zu den Gläubigen tut weh und fördert die Distanzierung innerhalb der Kirche. Peinlichkeit, Enttäuschung und Abkehr von dem Weg der hier gegangen wird. Ich distanziere mich.
Kommentar by Edwin Griebel — 4. Februar 2009 @ 23:27
Bösartigkeit und Beleidigungen, all das sollte man lassen, es geht um eine faire Auseinandersetzung mit dem Vatikan und dem Papst. Ich persönlich brauchte keine Kirchenhierarchie und auch keinen Papst mehr, da wir im absoluten Sein alle gleich sind! Wenn sich dieses Wissen durchsetzen würde, würde sich die Hierarchie auflösen, doch keiner hat daran ein Interesse, lieber lebt man einfach so weiter, Dogmatiker wie der Papst möchte das alles so bleibt wie es ist, er blockiert bewusst dieses Wissen um die Kirche so wie sie heute lehrt und ist zu erhalten. Es ist seine Angst, nur diese Angst ist nicht berechtigt, alles braucht einen neuen Anfang, selbst wenn alles zusammenbrechen würde, entsteht immer was neues und besseres.
Kommentar by Heinz Pütter — 5. Februar 2009 @ 09:52
Mit den Pius-Brüdern – die m.E. alle judenfeindlich sind, indem sie “Gottesmörder” anprangern – ist noch eine zweite Ebene des Rückschritts deutlich geworden, die in der sehr wichtigen Diskussion um den Antisemitismus und die Leugnung des Holocausts untergeht: Wo bleibt die Forderung des “Lehramtes” den Inhalt des II. Vatikanischen Konzils anzuerkennen? Und wenn die Pius-Brüder verbal “Ja, Ja!” äußern würden, wäre dies doch unglaubwürdig, so lange sie sich Pius-Brüder nennen. “Frauen! Schreit auf! Wir sind Kirche!”
Kommentar by Eva-Maria Klein — 5. Februar 2009 @ 13:20
Unter dem Titel “Was der Dinosaurier im Netz notiert” schreibt die Financial Times Deutschland über den Blog von Bischof Williamson:
Kommentar by Thomas Wystrach — 7. Februar 2009 @ 21:19
Es sind ja nicht, wie jetzt manche suggerieren wollen, die “bösen Medien” oder antikirchliche Stimmen, welche die Entscheidungen des Papstes kritisieren. Vielmehr kommt in einem noch nie zuvor erlebten Ausmaß der entschiedendste Widerspruch aus der katholischen Kirche selbst. Als ein Beispiel, neben unzähligen anderen, kann die Stellungnahme von fünfzehn Professoren der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg genannt werden:
http://www.badische-zeitung.de/freiburger-professoren-kritisieren-den-papst
Kommentar by Peter Mäder, Freiburg — 10. Februar 2009 @ 02:49
Wie wäre es mal – statt andauernd das Konzil zu beschwören – auch mal die Texte des Konzils zu lesen. Da findet ma in Lumen Gentium folgende Aussage:
Also was macht Benedikt? Er versucht Spaltung zu beseitigen und bekommt dafür von den angeblichen Konzil-Verteidigern eins ins Kreuz. Toll!
Außerdem möcht ich auch hier die Worte von Klaus Fruhstorfer bringen, der da schreibt:
Kommentar by Erich Janoschek — 11. Februar 2009 @ 10:58
Auf http://www.piusbruder.de ist eine neue Community zu diesem Thema …
Kommentar by Piusbruder — 18. Februar 2009 @ 15:01
@Erich Janoschek: Also was macht Benedikt? Er versucht Spaltung zu beseitigen und bekommt dafür von den angeblichen Konzil-Verteidigern eins ins Kreuz. Toll!
Nein, er möchte nur bestimmte Priester heimholen.
Die Kirche in Rom ist der eigentliche Spalter!
Die Kirche verdreht die Wirklichkeit.
Jesus war ein König seiner Innenwelt.
Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Jeder der ihm glaubt und ihm in dieser Erkenntnis und Liebe nachfolgt, wird wie Jesus seine Innenwelt wahrnehmen und erkennen: Das Reich Gottes in uns!
Hildegard von Bingen: Der Mensch erscheint als Mikrokosmos, der in all seinen körperlichen und geistigen Gegebenheiten die Gesetzmäßigkeiten des gesamten (Makro)- Kosmos widerspiegelt. Alles ist aufeinander bezogen, wechselseitig miteinander verbunden!
Ramana Maharshi: Das ganze Universum ist im Körper enthalten…
Meister Eckhart: Im Inneren der Seele sind dir alle Dinge gegenwärtig
DER KORAN: ZWEIUNDVIERZIGSTE SURE
11, 12, 13, 14…: Allah hat für euch dieselbe Religion angeordnet, welcher er dem Noah, Abraham, Moses und Jesus angeordnet hatte – wir sagten: >Beobachtet diese Religion und macht keine Spaltungen……!
EINHUNDERTUNDNEUNTE SURE (4) ich verehre nicht das, was ihr verehrt (5) und ich werde auch nie das verehren, was ihr verehrt (7) Ihr habt eure Religion, und ich die meine.
Aus dem Totenbuch des Islam: Ein Muslim ist verpflichtet, sein Verständnis des Daseins so lange zu entwickeln, bis seine innere Wirklichkeit eine größere Bedeutung, Tiefe und Reichweite annimmt. Derjenige, welcher die Wirklichkeit bedeckt, sowie die Heuchler fest und undurchsichtig sind, >>ohne Zugang zu ihrem eigenen inneren Dasein<<.
Mohammed lebte die Religion die auch Jesus lebte und diese UR- Religion wurde im Laufe der Zeit vergessen, es wurden Spaltungen gemacht.
Es gibt nur ein wahrer Tempel Gottes, der menschliche Körper. Man legte mehr Wert auf die gebauten Gotteshäuser, die man sich gegenseitig streitig macht und zerstört.
Ein wirkliches Zusammenleben kann es nur geben wenn all die Unstimmigkeiten ausgeräumt werden!
Ein Klima der Verfolgung und Angst vor »Maßnahmen« hat viele Theologinnen und Theologen der jüngeren Generation verstummen lassen, aus Vorsicht. Erzwungene Konformität, Erstarrung, Trickserei, Ideenarmut prägen weithin den katholischen Theologiebetrieb. Das Schlimmste: eine rasch zunehmende Ferne von den Glaubensfragen der Leute von heute, der Christen wie der Nichtchristen und der vielen Nichtmehrchristen.
Die Misere ist weltweit. Ein Winter der Kirche. Wann kommt ein Frühling? Zur Bilanz des Papstes zählt die lange Liste der von Rom Gemaßregelten: Hans Küng (Tübingen), Charles Curran (USA), Leonardo Boff (Brasilien), Ivone Gebara (Brasilien), Jacques Dupuis SJ (Belgien/Rom), Josef Imbach OFM (Schweiz/ Rom), Roger Haight SJ (USA), Marciano Vidal (Spanien), Reinhard Messner (Osterreich), Antony de Mello SJ (Indien), Willigis Jäger QSB (Münsterschwarzach), Eugen Drewermann (Paderborn), Teresa Kane (Präsidentin der Oberinnen der Frauenorden, USA), Ernesto Cardenal (Nicaragua), Gotthold Hasenhüttl (Saarbrücken), Erzbischof Raymond Hunthausen (Seattle, USA), Bischof Pedro Casaldaliga (Brasilien), Bischof Jacques Gaillot (Frankreich)… Zwei Theologen hat der Papst exkommuniziert: 1988 den Traditionalistenbischof Marcel Lefebvre (Schweiz) und 1997 Tissa Balasuriya (Sri Lanka). Dessen Ausschluss hat Rom hernach revidiert.
Kommentar by Heinz Pütter — 28. Februar 2009 @ 10:15