Publik Forum Logo

Publik-Forum Blog

23. Februar 2010

Betr. Margot Käßmann

Filed under: Medienkritik,Religion & Kirchen — Wolfgang Kessler @ 17:11

Ach Gott, jetzt sind sie wieder los, die scheinheiligen Pseudomoralisten des Boulevards. »Wasser predigen, Wein trinken, Gas geben« – hieß es im FOCUS. Und die Bildzeitung meldete schadenfroh: »Bischöfin mit 1,54 Promille am Steuer«. Ebenso genüsslich zitiert der FOCUS Leserinnen und Leser, »die heute ihr letztes Vorbild verloren haben« oder die »ihren Glauben daran erschüttert sehen, dass es noch besonnene Menschen gibt«.

Mein Gott, jetzt lasst doch mal die Kirche im Dorf! Man braucht doch gar nicht darüber zu streiten, dass es ein schwerwiegender Fehler ist, mit Alkohol im Blut Auto zu fahren – das wissen doch alle und das weiß auch Margot Käßmann. Wer sie kennt, weiß auch, dass sie diesen Fehler inzwischen bereut. Und denkt aber auch mal darüber nach, wie alles passiert sein könnte. Zum Beispiel wäre ja Folgendes möglich: Da besucht eine Bischöfin eine Gemeinde und trinkt zwei Gläser Wein, ist spät dran, gerät unter Zeitdruck und fährt zu schnell. Sollten wir nicht froh sein, dass auch Bischöfinnen einfach Menschen sind?

Mein Gott, der Kessler von Publik-Forum, werden jetzt viele sagen: Jetzt entschuldigt er auch noch Margot Käßmann. Nein, das tut er nicht. Was sie gemacht hat, war falsch, es hätte sogar noch schlimmer ausgehen können. Ich erwarte, dass sie diesen Fehler einräumt. Aber: Das Ganze ist jetzt eben auch Wasser auf die Mühlen ihrer zahlreichen Gegner in der evangelischen Kirche und anderswo. Und das ist schäbig.

Mich bringt die Heuchelei von einigen Boulevard-Journalisten auf die Palme, deren tägliche Schreibereien oft keinerlei moralischen Standards, sondern nur dem Gieren nach einer hohen Auflage folgen. Wenn ausgerechnet die, die selbst mit christlichen Idealen nichts am Hut haben, von einer Bischöfin eine hundertprozentige Übereinstimmung von Ideal und Wirklichkeit erwarten, kann ich nur den Kopf schütteln. Ich hoffe, dass Margot Käßmann selbst und die Evangelische Kirche diesem Druck standhalten. Denn: Schlimmer, als wenn Mächtige Fehler machen, ist es, wenn Heuchler mächtig werden.

Wolfgang Kessler

Wolfgang Kessler, Dr. rer. soc., geboren 1953 in Ravensburg, studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an den Universitäten Konstanz, Bristol und London. Er arbeitete zunächst wissenschaftlich über die Finanzpolitik des Internationalen Währungsfonds. Seit 1983 ist Kessler als Publizist tätig, zunächst für viele Zeitungen und Rundfunkanstalten. Im Jahre 1991 ging er zu der unabhängigen christlichen Zeitschrift Publik-Forum und wurde dort 1999 Chefredakteur. Von ihm erschienen zahlreiche Bücher, darunter »Wirtschaften im dritten Jahrtausend« (1996) und »Weltbeben. Auswege aus der Globalisierungsfalle« (2004). Im Jahre 2007 erhielt er den »Internationalen Bremer Friedenspreis« für sein Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

Diesen Beitrag weiterempfehlen:
  • Print
  • PDF
  • RSS
  • Add to favorites
  • email
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Google Bookmarks
  • Google Buzz
  • Live
  • Digg
  • Technorati

24 Kommentare »

  1. Die Konservativen wollen ihre mutige Haltung gegen die deutsche Teilnahme am Krieg in Afghanistan zahlen lassen.

    Kommentar by unionsbuerger — 23. Februar 2010 @ 19:29

  2. Hallo, ich bin erschrocken über die Nachricht!

    Mir gibt es aber zu viele Zufälle! Der Fahrer hatte frei, zu viel getrunken und schon war die Polizei am Ort. Ich kann es mir nicht vorstellen! Für mich ist Frau Käsmann eine sehr disziplinierte Persönlichkeit, tapfer und mutig sowie pflichtbewusst. Könnte es möglich ein,dass da was “zufällig” ins Glas gekommen ist? Sie ist ja wohl für einige eine unbequeme Person. Da ist es doch möglich, dass da schon mal jemandem etwas einfallen könnte. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber wie viel ist in der heutigen Zeit möglich!

    Mir tut sie sehr leid und ich bete zu Gott, das – wenn Unrecht im Spiel ist – ER eingreift!! Wie gut, dass alle Kritiker keine FEHLER haben! Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten STEIN! Aus meiner Lebenserfahrung haben die, die glauben, keine Fehler zu haben (übrigens glauben das nur sie selbst), die meisten Fehler. Kritik über andere lenkt super vom eigenen Missstand ab.

    Kommentar by Herta Müller — 23. Februar 2010 @ 21:15

  3. Margot Käßmann ist keine Heilige, sie ist ein Mensch. Und hat als Mensch einen Fehler begangen, weil sie fehlbar ist. Diesen Fehler bereut sie, und das ist in Ordnung, in Gottes guter Ordnung. Der Druck, der auf ihr lastet, ist immens: kaum Rückzugsmöglichkeiten, auf Schritt und Tritt unter öffentlicher Beobachtung – und nicht immer unter freundlicher. Wir leben als Glaubende von Gottes übermenschlicher Vergebung und sollten deshalb als Menschen Menschliches vergeben.

    Kommentar by Fuchs — 23. Februar 2010 @ 22:22

  4. Jetzt geht ein Aufschrei durch die Republik, wie kann man nur. Sie ist doch Bischöfin, da macht man so etwas nicht. Ihr steht auch nicht zu, menschliches zu zeigen. Komisch, bei den Priestern, die Jungen sexuell mißbrauchen, wird die Decke des Schweigens gelegt. Da schreit keiner auf, von den ach so guten Bürgern, die niemals unter Alkoholeinfluss fahren würden. Kein Mensch ist fehlerfrei, auch eine Bischöfin nicht, wer weiß, was genau zu diesem Blutalkoholwert geführt hat, es gibt reichlich Komponenten. Frau Käßmann hat sich bestürzt gezeigt und ihren Fehler eingestanden. Nun sollte man es auch gut sein lassen. Sie hat niemanden verletzt. Die Priester jedoch haben Kinderseelen verletzt, die ein Leben lang bestehen bleiben. Frau Käßmann steht zu ihrem Fehler und wird auch die Folgen tragen, wie sieht es in der katholischen Kirche aus?

    Kommentar by Barbara Hebrock — 24. Februar 2010 @ 08:24

  5. Wiederlich! Da lese ich, die Käßmann ist auch nur ein Mensch. Da ist zwar richtig, aber sie hat jetzt nichts mehr in ihrem Amt zu suchen. Wie dekadent ist unsere Republik? Kaum noch zu überbieten. Sollte einmal der Papst im Puff erwischt werden, wird auch niemand sagen, er sei nur ein Mann. Man bedenke, was hier zum Vorschein kommt, ist nur Zufall. Man möge sich ausmalen, was alles NICHT an die Öffentlichkeit dringt von unseren Vorbildern. Es ist schier zum kotzen, was man tagtäglich in den Medien über unsere ELITE lesen muß. Was unterscheidet uns von einer Bananenrepublik? Nur noch die Dekadenz. Eine Sintflut ist in diesem Lande fällig. Woher kam die lebenslustige Käßmann in ihrem Dienstwagen? Das soll doch sicher auch nicht an die Öffentlichkeit dringen.

    Kommentar by Josi — 24. Februar 2010 @ 08:46

  6. Die deutsche Presse beschäftigt sich intensiv mit den Konsequenzen der Ermittlungen gegen Margot Käßmann. Hier einige Pressestimmen

    Kommentar by Thomas Wystrach — 24. Februar 2010 @ 12:11

  7. Nun ist es ja keine neue Erkenntnis, dass (hohe) kirchliche Amts- und Würdenträger beider christlichen Kirchen gerne Wasser predigen und Wein trinken. Bisher haben sie sich aber nicht erwischen lassen. Gänzlich unbekannt war dagegen die quantitative Dimension dieser o.a. Erkenntnis. Der Fall Käßmann (1,54 Promille Blutalkohol am Steuer) lässt nun die begründete Vermutung aufkommen, dass die konsumierte Weinmenge durchaus proportional zum gepredigten Wasser ist.

    Kommentar by Helmut Malmes — 24. Februar 2010 @ 15:07

  8. Nun ist Frau Käßmann also aus eigenem Entschluss zurückgetreten. Dafür hat sie meine Hochachtung. Ich fand die oberflächliche Häme gestern ziemlich übel, noch mehr aber die zahlreichen »Ist doch nicht so schlimm, machen doch alle«-Statements. So sehr ich ihre mutige Art und ihre theologische Meinung schätze, es wäre ein fader Nachgeschmack geblieben, wenn die Sache so aalglatt abgetan worden wäre, wie es nach dem einstimmigen Vertrauensvotum der gestrigen EKD-Telefonkonferenz aussah: Nach reichlich Alkoholkonsum noch durch die Stadt zu fahren ist einfach grob fahrlässig. Da hätte sie sich schon beim ersten Schluck die Frage stellen müssen »Wie komme ich eigentlich hinterher nach Hause?«. Es hätte weit mehr passieren können als nur eine überfahrene Ampel. Wieviel Promille hatte Jörg Haider bei seiner letzten Fahrt im Blut? Bleibt zu hoffen, daß Frau Käßmanns aufrichtige Entscheidung ihrem Ansehen zugute kommt und sie auch weiterhin mit ihren wichtigen Aussagen zu hören ist. Und dass es für ihre Ämter ebenbürtige Nachfolger(innen) gibt.

    Kommentar by Joah — 24. Februar 2010 @ 16:51

  9. Jeder Mensch ist fehlbar und vor allem Menschen, die ein solch exponiertes Amt haben, geraten unter riesigen Druck. Insofern kann ich Frau Käßmann gut verstehen, dass Sie Fehler begeht. Meine Hochachtung hat Sie wegen Ihres Rücktritts. Sie hat sich nicht auf faule Kompromisse eingelassen. Ich schätze Sie zudem für ihre menschlich einfühlsamen Predigten!

    Trotzdem, wer ein Amt in der Kirche hat, muss den hohen Anforderungen des Christseins gewachsen sein. Wie will jemand glaubwürdig das Evangelium mit den hohen ethischen Ansprüchen wie Unauflöslichkeit der Ehe, den verantwortlichen Umgang gegenüber dem menschlichem Leben (Autofahren u.a.) predigen, wenn es ihm selbst nicht gelingt? Das eigene Leben würde dem Evangelium widersprechen und die Predigt unglaubwürdig machen!

    Durch ihren Rücktritt gibt sie für mich ein größeres Zeichen von Gottes Barmherzigkeit, die uns immer wieder Mut zum weiterleben gibt, als ein krampfhaftes Festhalten an Positionen. Letzteres würde eher Machtstreben als gelebte Barmherzigkeit verkünden!

    Liebe Frau Käßmann, Gottes Segen für Ihr weiteres Wirken und ich bete für Sie, dass Sie gestärkt aus dieser Situation herauskommen!

    Kommentar by Drein — 24. Februar 2010 @ 18:27

  10. Dieser Rücktritt zeichnet diese Frau aus. Weil sie vermutlich / offensichtlich mit sich selbst hadert wegen ihres Fehlers, deshalb konnte sie nur zurücktreten. Wäre sie geblieben, sie wäre von den Medien und Kritikern über Wochen und Monate mürbe gemacht worden – bei jeder riskanten und mutigen Äußerung hätten ihre Gegner in mehr oder weniger subtilen Andeutungen dieses Fehlverhalten wieder auf’s Tapet gebracht. Mürbe lässt sich aber nur derjenige machen, der ein ausreichendes Maß an Selbstkritik aufbringt. Das ist sehr selten. Insofern ist der Rücktritt in sich schlüssig und stärkt deshalb diese Frau. Und er eröffnet eine schöne Option: dass sie nach zwei, drei Jahren in dieser Republik noch ganz groß rauskommt. Frauen wie sie werden dringend gebraucht, will diese Demokratie nicht nur so dahinvegetieren, sondern auch ein bisschen Würde und Ansehen aufweisen.

    Kommentar by Wolfgang Storz — 24. Februar 2010 @ 22:24

  11. Große Betroffenheit, aber eine richtige Entscheidung! Vor allem beeindruckt die klare und unbeugsame Haltung dieser Frau. Nun haben beide Kirchen ein Problem. Missbrauch in der Katholischen Kirche, Alkoholmissbrauch in der EKD. Man kann diese Dinge überhaupt nicht vergleichen. Was aber auffällt: Frau Käßmann übernimmt sofort Verantwortung für ihr Fehlverhalten und zieht für sich Konsequenzen. Haben Sie schon von einem, (von einem!) Missbrauchstäter gehört oder gelesen, der sich öffentlich zu seinem Vergehen bekennt und Wege sucht, den angerichteten Schaden zu “reparieren”. Die Haltung macht es aus! Danke an diese wunderbare Frau!

    Kommentar by Christa Hengsbach — 25. Februar 2010 @ 07:11

  12. Das sie betrunken Auto gefahren ist, ist eine Straftat, sie hat nicht mäßig getrunken, es war schon sehr viel mehr, was sie getrunken hat. Wenn man so viel trinkt, hat man meistens Probleme, hoffen wir für sie, dass sie wieder zu sich selbst findet. Ansonsten haben wir andere Probleme in der Welt, die wesentlich schlimmer sind. Sie wird es schon verkraften, und die Kirche als Institution ist nicht alles, selbst wenn es keine Kirche geben würde, geht das Leben weiter, halt anders.

    Kommentar by Heinz Pütter — 25. Februar 2010 @ 09:31

  13. Das Problem heute ist, die Menschen brauchen immer noch moralische Vorbilder, einen Politiker, einen Priester, einen Jesus oder auch Gott, den man sich selbst erfunden hat, einen heiligen und moralischen Gott, der bestraft und Macht ausübt, anstatt sich selbst zu sehen in allem und das zu leben, was meinem Gegenüber nicht schadet (“Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu”). Frau Käßmann ist das heilige Amt der heiligen Kirche zum Verhängnis geworden, weil ein Priester nicht sein darf, was er ist, einfach nur Mensch sein mit Fehlern und Macken. Das System Kirche ist krank und macht die Menschen krank!

    Kommentar by Heinz Pütter — 25. Februar 2010 @ 09:40

  14. Wissen Sie, was ich an der ganzen Geschichte noch viel spannender finde? Dass überhaupt bekannt wurde, dass Frau Käßmann mit Alkohol am Steuer erwischt wurde. Ich dachte hier in Deutschland gingen solche Delikte nur den Staat und die betreffende Person was an. Aber die BILD wusste ja ratzfatz Bescheid und das sehr detailreich. Bedeutet das nicht, dass einer der den Fall behandelnden Beamten geplaudert hat? Oder noch schlimmer: Informationen bewusst weitergeleitet hat? Und wenn ja, ist das nicht genau so eine Straftat, wie Alkohol am Steuer? Freuen wir uns so viel über den Fehler einer Frau Käßmann, dass uns egal ist, auf welche Weise die Information ans Licht kam? Wohl ja.

    Kommentar by Frau S. — 25. Februar 2010 @ 11:01

  15. Auch Frau Käßmann ist wie jeder andere zu behandeln. Ich bin mir nicht sicher, warum jetzt eine solche “Mitleidsdiskussion” stattfindet. Am Steuer mit 1,54 Promille andere Menschen zu gefährden, halte ich für unverantwortlich. Der Rücktritt ist daher nur logisch und bedarf keiner weiteren “Anerkennung”. Wo kommen wir denn dahin ? In einigen Wochen sprechen wir Frau Käßmann womöglich noch heilig …

    Kommentar by Peter — 25. Februar 2010 @ 11:28

  16. Sicher muss jeder seine Taten verantworten, ist jedoch der Rücktritt nötig? Ich denke nicht. Wir sind alle nur Menschen, wer hat’s Bier erfunden? Deutschland ist bekannt das mal auch einen hebt, also akzeptiert mal Menschen, und springt mal über den Schatten von absoluter Perfektion, an dem kann man zu Grunde gehen, besinnt euch aufs Wesentliche und kehrt vor der eigenen Türe. Wichtige Personen, die das Wort ergreifen und Kritik auch an der Politik anbringen, sollten im Amt bleiben.

    Kommentar by Martin Müller, Schweiz — 25. Februar 2010 @ 12:11

  17. Ja, so ist das in der Kirche: Wasser predigen und Wein saufen!

    Kommentar by Mirko — 25. Februar 2010 @ 13:06

  18. Sich zuzutrauen, mit 1,5 Promille ein Fahrzeug in der Innenstadt zu führen, lässt vermuten, dass man den Konsum von Alkohol gewöhnt ist. Jemand, der sich gern als Vorbild darstellt, ermahnende und belehrende Worte findet, muss dankbar sein, wenn die gerechte Strafe Gottes, in Form einer Polizeikontrolle einen vor Schlimmerem bewahrt, es hätte auch ein Menschenleben kosten können …

    Kommentar by Ivan Romanov — 25. Februar 2010 @ 15:25

  19. Wer von uns ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein …
    Frau Käßmann soll natürlich ihre Strafe bekommen, wie jeder andere auch,der mit Alkohol erwischt worden wäre. Es gäbe andere Gründe um das Amt niederzulegen. Wir hören doch jetzt gerade und eigentlich schon immer über Priester, die sich an Kindern vergangen haben. Wo bleiben und blieben da Sündenbekenntnisse und Rücktritte? Korruption in Wirtschaft und Politik, Meineide und viele Sachen mehr! Es geht doch schon lange alles drunter und drüber. Jeder hat vor seiner eigenen Tür zu kehren. Trotzdem: Hut ab vor Frau Käßmanns Konsequenz!

    Kommentar by M. D. — 25. Februar 2010 @ 20:20

  20. Liebe Frau Käßmann,
    das Leben nach einer Alkoholfahrt ist nach dem Erwischen sehr anstrengend. Die Konsequenzen nach ein paar Glas Wein, wie auch immer, mit dem Auto gefahren zu sein und dann erwischt worden zu sein, sind im ersten Moment ziemlich bitter. Die Betrachtung seiner eigenen Person fällt jetzt schwerer aus, einfach aus dem Grunde, man hat sich in der Öffentlichkeit und nach dem Gestz nicht richtig verhalten. Aber wer tut dieses schon heute noch? Nach Ihrer Geschichte: Trennung, Krebs und all die Gedanken hierüber.
    Viele Grüße von einer Mitstreiterin!

    Kommentar by milli — 25. Februar 2010 @ 22:50

  21. “Sich zuzutrauen, mit 1,5 Promille ein Fahrzeug in der Innenstadt zu führen, lässt vermuten, dass man den Konsum von Alkohol gewöhnt ist.”

    Da hat wohl jemand in der Fahrschule nicht aufgepasst? Bei einer so kleinen und schlanken Frau kommt man mit drei Gläsern Rotwein da schnell drauf. Da muss man kein Gewohnheitstrinker für sein. Und die 1,5 hatte sie erst auf der Wache, d.h. nicht, dass sie diese Menge Alkohol bereits im Blut hatte, als sie entschieden hat, noch zu fahren. ;-) Ich finde doch, dass man hier sachlich bleiben sollte, und nicht auch noch anfangen muss nach eventuellen Alkoholexzessen zu suchen.

    Kommentar by Frau S. — 26. Februar 2010 @ 12:09

  22. Mein lieber Schwan, was sind die Leute im Zusammenhang mit Frau Käßmann bibelfest! Die Aufregung ist heftig, weil es ein großer Fehler von Frau Käßmann war. Aber sie hat den Fehler erkannt und, so leid einem dies auch tun muss, die Konsequenzen gezogen. Was mich nur bei der ganzen Geschichte so umtreibt – was sind das für Leute gewesen, die Frau Käßmann in diesem Zustand haben fahren lassen und nicht ALLES unternommen, damit es nicht dazu kommt. Wie ist es nur mit dem Verantwortungsgefühl dieser Leute gestellt, die nicht ein Taxi kommen lassen. Hoffentlich haben die jetzt viele schlaflose Nächte wegen ihrer Schuldgefühle!

    Kommentar by Doro Wagner — 26. Februar 2010 @ 15:21

  23. Im Umkehrschluss bedeutet ihre Aussage ja, geehrte Milli, als großer, dicker Mensch könne man mindestens 3 Gläser Wein trinken und ein Fahrzeug führen, eine solche Aussage, Körpergewicht und seltene Trinkgewohnheiten in Relation zu setzen, um fahrtüchtig sein zu können, halte ich für mehr als fragwürdig und gefährlich, und der Rest ihres Textes ist ein hilfloser Versuch der Rechtfertigung. Ich finde es sehr verantwortungslos von einem erwachsenen, überaus gebildeten Menschen, betrunken Auto zu fahren und andere Menschen zu gefährden, egal ob man schlank oder dick ist, 3 oder 9 Gläser Wein getrunken hat! Was, wenn Fußgänger oder Kinder über die rote Ampel gelaufen wären? Wir sollen Verständnis haben, auch bei Alkohol am Steuer oder Kindesmissbrauch? Manche Kirchenvertreter/-innen gehen seltsame Wege (nicht nur im Straßenverkehr!), einige wenige bleiben auf dem göttlichen Pfad. Wir sind in Gottes Hand und wir werden die Zeichen sehen, hier war es die Vorsehung, dass die Alkoholfahrt ein so glimpfliches Ende fand. Dafür muss Frau Käßmann unserem Herrn und Schöpfer dankbar sein.

    Kommentar by Ivan Romanov — 27. Februar 2010 @ 13:33

  24. Interessant dazu auch: »Erschrocken? Ach was …« »Ein bisschen heftig!«

    Kommentar by Bert Paulus — 14. April 2010 @ 12:17

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar

Powered by WordPress