Der evangelische Theologe Herbert Koch fragt in Publik-Forum 24/2009, ob Christen in einem interreligiösen Dialog bestehen können, wenn sie weiterhin »Jesus zum Gott dogmatisieren«. Ich lebe in engem Umgang mit Muslimen und Hindus in Indien. In unserem Ashram und an anderen Orten kommen wir oft zum Dialog über die Grundfragen des eigenen Glaubens zusammen. Ich habe nie Probleme gehabt, wenn ich bekenne: In Jesus Christus erkenne ich die Selbsterschließung Gottes in menschlicher Gestalt. Natürlich haben die Muslime Schwierigkeiten, eine solche Aussage anzunehmen, die Hindus aber nicht. Gerade deswegen sprechen wir darüber. Dialog heißt ja, anderen mit Offenheit zuzuhören, aber nicht die Grundelemente des eigenen Glaubens auszuklammern. Wenn wir Christen die göttliche Natur Jesu Christi verleugnen oder die Muslime den Offenbarungscharakter des Korans nicht anerkennen, geschieht kein echter und fruchtbarer Dialog der Religionen. (weiterlesen…)
In Frankfurt am Main mögen sie Obama als Musical feiern – am Broadway würde das Märchen vom Messias einen Riesenreinfall erleben. »Hope« ist im politisch paralysierten, wirtschaftlich abgesackten, von Rekordarbeitslosigkeit geplagten Amerika gerade nicht so angesagt. Barack Obama hat sich zwar keine größeren Patzer und auch keine fiesen Skandale geleistet – von den Neokonservativen wird er in der Washington Post sogar gelobt, doch ein Jahr nach dem berauschenden Einzug ins Weiße Haus sind seine Umfragewerte abgestürzt. An »Change« – den versprochenen, grundlegenden Wandel – glaubt niemand mehr, und mancherorts wird schon an seinem politischen Nachruf gebastelt. Da hat man wohl vergessen, dass Ronald Reagan zum gleichen Zeitpunkt ähnlich unpopulär war – und sich dann glänzend erholte. (weiterlesen…)
Die Aufregung im katholischen Lager der Fundis zeigt, dass der Papst so falsch nicht liegen kann, dass er diesmal die richtigen Worte gefunden hat. Die Rede ist von seinem mit Bangen und Zagen erwarteten Besuch in der altehrwürdigen Synagoge Roms. Die Kritik an Benedikt und seinen Worten, die sich seither auf den Seiten der konservativ-reaktionären Internet-Blogs austobt, macht deutlich, wie sehr die Frage der Beziehungen zum Judentum das katholische Welt- und Wertesystem berührt. (weiterlesen…)
Mumia Abu-Jamal darf weiterleben – vorerst. So makaber lässt sich die aktuelle US-Gerichtsentscheidung im Fall des seit 26 Jahren inhaftierten Journalisten und Bürgerrechtlers zusammenfassen. Der Oberste Gerichtshof gab auf der einen Seite dem Antrag der Staatsanwaltschaft von Pennsylvania statt und setzte die vom 3. Bundesberufungsgericht im Jahre 2008 aufgehobene Todesstrafe wieder ein. Doch Pennsylvania muss sich gedulden, denn erst einmal geht der Fall zurück an das Berufungsgericht. Und zwar mit der Auflage, die damalige Entscheidung im Lichte eines relevanten, erst kürzlich ergangenen Supreme Court Urteils – Smith v. Spisak – neu zu überprüfen. (weiterlesen…)
Seit 26 Jahren kämpft der wegen angeblichen Polizistenmordes zum Tode verurteilte schwarze Journalist, Bürgerrechtler und Buchautor Mumia Abu-Jamal um sein Leben. Seine zahlreichen Berufungsverfahren führten zwar 2001 zur Aussetzung der Todesstrafe, doch eine für Dienstag, 19. Januar 2010, angesetzte Entscheidung des Obersten Gerichtshofes könnte Mumias Schicksal nun endgültig besiegeln. Der Supreme Court wird verkünden, ob er einem Antrag der Staatsanwaltschaft von Pennsylvania zustimmt, die Aussetzung der Todesstrafe wieder aufzuheben und Mumia Abu-Jamal hinzurichten. (weiterlesen…)