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von Doris Kleinau-Metzler Ausgabe 02/2012   Seite 32   27.01.2012

»Was du nie zu denken wagtest«

Innere Erfahrungen, wie sie die Träume vermitteln, können religiöse Qualität besitzen.
Sie zeigen: Wir sind nicht »Herr im eigenen Haus«. Es kann hilfreich sein, ihnen sorgsam nachzugehen. Fragen an den Schriftsteller Patrick Roth

Herr Roth, woher kommt Ihre starke Affinität zur Religion und zu den Träumen?

Patrick Roth: Religion oder eine religiöse Einstellung ist für mich etwas, das sich aus dem Inneren meldet, das auf einer persönlichen Erfahrung beruhen muss. Das Tiefste, was es je in meinem Leben gab, waren Traumerfahrungen. Träume, die ungleich einschneidender, machtvoller waren als alles, was mir je in der äußeren Wirklichkeit widerfahren ist. Diese Träume, die mir in den Jahren 1978/79 in Los Angeles kamen, trafen mich gleichzeitig in einer Situation des Exils, der Isolation. Ich musste