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Das Rätsel um die Vatileaks

Ein verhafteter Kammerdiener, intrigante Kardinäle und ein verwirrter Papst: Die jüngste Skandalgeschichte im Vatikan lässt ahnen, dass es nicht nur um Korruption und Geldwäsche geht - sondern um die nächste Papstwahl
Was läuft im Vatikan wirklich ab? Der jüngste Skandal gibt Rätsel auf.  (Foto: pa/Picciarella)
Was läuft im Vatikan wirklich ab? Der jüngste Skandal gibt Rätsel auf. (Foto: pa/Picciarella)

Früher wäre die Frage fast ein Sakrileg gewesen. Auf einem Papstflug fragte ein amerikanischer Journalist lässig: »Heiliger Vater, macht Ihnen Ihr Job Freude?« Der Papst, ohne zu zögern: »Nicht immer, vor allem die Akten …« Die Antwort gab nicht Josef Ratzinger, sondern Karol Wojtyla. Das war 1979. Diese Episode verdeutlicht, woran es heute im Vatikan krankt. Jener Wojtyla, Papst Johannes Paul II., kam von weither und hatte keine Ahnung von Kurie und Bürokratie. Er berief Kardinalstaatssekretäre als seine obersten »Macher«. Sie beherrschten den Apparat. Intrigen, Indiskretion